Wildkräutersmoothie // 3 Vorteile und erprobte Tipps

Wildkräutersmoothie

Zur Zeit ersetzt das Wildgrün in meinen Grünen Smoothies fast das komplette Grün. Das hat gleich drei entscheidende Vorteile. Wildgrün besitzt eine wesentlich höhere Nährstoffdichte als kultiviertes Blattgemüse,
es kann als Vitamin B12 Spender dienen und es ist kostenlos.

Wer sich schonmal mit den Nährstoffgehalten von einigen Wildkräutern befasst hat, wird wie ich positiv überrascht gewesen sein. In Wildgrün steckt geballte Power. Davon profitieren Muskeln, Knochen, Zähne, unser Energielevel und auch die Darmgesundheit. Auch ich habe durch einen Zahlenvergleich Wildgrün fest in meinen Speiseplan aufgenommen und versuche so oft wie möglich etwas davon zu pflücken.

Zum Beispiel liefert die Brennessel 25 mal so viel Vitamin C wie die gleiche Menge Kopfsalat. Außerdem 6 mal so viel Magnesium, 17 mal so viel Calcium, 7 mal so viel Eisen und fast 10 mal so viel Eiweiss. Ähnlich sieht es aus bei Girsch, Vogelmiere, Löwenzahn, Gänseblümchen (Blüte) und Sauerampfer, auch wenn die Brennessel dabei schon die höchsten Zahlen ausmacht. Den Kopfsalat habe ich als Vergleich gewählt, weil er die häufigste Salatzutat ist. Aber auch die restlichen Kulturgemüse und Blattsalate liegen in etwa im selben Bereich wie der Kopfsalat.

Hand aufs Herz, wie viel Blattgrün landet wirklich täglich in deinem grünen Smoothie? Ein paar Blättchen Salat oder ein ganzer Kopf Salat? Dazu ist der grüne Smoothie nämlich da, eben um Blattgrün in großen Mengen aufzunehmen. Wer jedoch täglich nur ein paar Blättchen in den Mixer füllt, damit er gedanklich das gesunde In-Getränk, den grünen Smoothie, abgehakt hat, der wäre mit einem üppigen Salat vielleicht besser dran. Oder eben mit ein paar Blättern Wildgrün statt Blattsalat.

Je nachdem wo ich das Blattgrün her bekomme, verzichte ich aufs Waschen. Aber das musst du selbst abwägen. Bei ungewaschenem Blattgemüse nehmen wir jede Menge Mikroorganismen auf. Diese bilden Vitamin B12, was normalerweise im Darm (bei intakter Darmflora) aufgenommen wird. Aber auch die Mundschleimhaut nimmt das Vitamin auf und so profitieren wir schon davon, bevor die Mikroorganismen die Magensäure vielleicht nicht überleben.

Also wiedermal jede Menge guter Gründe, den täglichen Grünsmoothie zum Wildgrünsmoothie zu machen. Wenn du dir nicht sicher bist, was du sammeln sollst, halte es einfach. Diese Pflanzen und Blüten erkennt jeder. Wer mehr Abwechslung möchte und neugierig ist, was da noch so alles wächst, dem kann ich z.B. dieses Buch empfehlen, welches viele gängige Arten genauer beschreibt. Zum Schluss gibt es noch ein paar erprobte Tipps von  mir und auch ein Rezept.

BROMBEERBLÄTTER
Manche Blätter haben fiese Stacheln an der Blattunterseite. Im Mixer werden diese nicht ausreichend zerkleinert. Auch nicht im Hochleistungsmixer. Schau vorher nach, wenn da Stacheln sind, schneide das Stück einfach raus.

Brombeerblätter für Wildgrünsmoothie (2)

Brombeerblätter für Wildgrünsmoothie

BRENNESSELN
Brennesseln wasche ich zum Beispiel immer, weil die Blattunterseite oft mit Blattläusen und Spinnentierchen bewohnt ist. Ich pflücke sie nicht mit einem Handschuh, denn sie nesseln mich immer durch. Vielleicht habe ich einfach nicht den richtigen Handschuh. Statt dessen halte ich beim Sammeln mein Körbchen direkt drunter, schnibble sie mit der Scheere ab und lasse sie ins Körbchen fallen. Daheim kippe ich alle Blätter in ein Sieb und wasche sie. Danach verteile ich sie auf einem Küchentuch, decke sie damit ab und zerreibe sie kurz darin. Dann sind alle Brennhärchen entschärft und die Blätter können roh verzehrt werden. Beim Sammeln werden immer nur die oberen Blätter verwendet.

OHNE MIXER
Du hast keinen Mixer? Kein Grund, auf das wertvolle Grün zu verzichten. Schneide die Blätter in grobe Stücke und hecksle sie dann klein wie andere Kräuter auch. Oder verwende sie einfach am Salat, die Hälfte Wildgrün, die Hälfte Salat.

KAUEN KAUEN KAUEN
Das sorgt für Zahngesundheit, beste Mineralstoffversorgung und eine gute Verdauung. Kaue also jeden Schluck eine Weile lang, bevor du ihn runter schluckst. Achte bewusst darauf und erinnere dich jedes mal daran. Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass es eben kein Getränk ist sondern eine Mahlzeit. Verdauung beginnt im Mund. Die ersten Nährstoffe werden dort aus dem Nahrungsbrei gelöst und teilweise schon über die Mundschleimhaut aufgenommen. Außerdem bildet nur das lange Kauen von Blattgrün unseren dicken schützenden Zahnschmelz und remineralisiert die Zähne.

Wildkräutersmoothie (2)

Wildkräutersmoothie

Und zum Schluss noch ein Rezept, diesen Wildkräutersmoothie gab es bei uns heute morgen für die ganze Familie. Für die Wildgrünzutaten brauchst du weniger als 10 Minuten zum ernten und sie sind überall zu finden.

(Angaben für 1 Smoothie)
1 Hand voll Spitzwegerich (etwa 20 Blätter)
1 Hand voll Brennesselblätter (ca. 15 Blätter)
1 Hand voll Blattsalat deiner Wahl
2 Hand voll Galiamelone
1/2 Banane
3 EL geschälte Hanfsamen

Alles in den Mixer, je nach gewünschter Konsistenz mit Wasser auffüllen und mixen.

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Zahlen errechnet nach Angaben des aid in Bonn (Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

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