Wie? Du bist noch sauer? ~ Der Zitronentest

Zitronentest Übersäuerung
Wer von sich heutzutage sagt, er isst normal, der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit übersäuert. Körper und Geist sind dann erschöpft, die Energie ist auf einem niedrigen Level, körperliche Anstrengung kostet Überwindung, Kraft und Motivation. Dabei verspürt der Mensch im Normalfall von selbst den Drang, sich ausreichend zu bewegen, dem Körper auch mal Bestleistungen abzuverlangen und im Gegensatz dazu weiß er auch, wann Körper und Geist ruhen sollten. Ob Organe, Körperflüssigkeiten und Geist optimal arbeiten, hängt unter anderem vom Säure-Basen-Gleichgewicht ab. Im Gleichgewicht zu sein ist nicht einfach. Denn falsche Nahrung sowie Erhitzung und Erregung, Angst, Stress, Schlafmangel und äußere Einflüsse übersäuern uns immer wieder. Im Groben kann man sagen, dass wir in unserer schnelllebigen Welt einen Lebensstil führen, der automatisch übersäuert. Wir führen wir ein Leben voller Zeitdruck, Stress, Termine, Verpflichtungen, Angst und obendrein noch einer fehlgeleiteten Ernährungsweise.

Ein Säure-Basen-Ungleichgewicht ist die Grundlage von Krankheit.

Um festzustellen, ob du im Gleichgewicht bist, kannst du einen einfachen Zitronentest machen, den ich dir hier vorstelle. Außerdem gibt es von mir einige Tipps, wie du Säurebildner meiden kannst und regelmäßig entsäuerst. Vieles davon habe ich in Kurkliniken kennen gelernt, in denen ich zu Fastenkuren war. Mit der Zeit setzte ich diese Tipps in meinen Alltag um. Heute besteht meine Nahrung hauptsächlich aus basischer Kost und ich entsäuere regelmäßig ganz bewusst.

Da wir mit Nahrung die meisten Fehler machen können, möchte ich darauf etwas mehr eingehen. Zu den Hauptsäurebildnern gehören Fleisch, Zucker und Milchprodukte. Aber auch mit Gekochtem allgemein sowie mit Getreide und Hülsenfrüchten können wir viel falsch machen. Auf Antinahrungsmittel wie Süßkram, Softdrinks, typisches Fast Food möchte ich nicht eingehen. Unser Körper ist schließlich kein Müllplatz.

Nahrung, die uns übersäuert, ist nicht für den Menschen gedacht. Leider essen wir am häufigsten Säure bildende Nahrung. Warum ist das so? Ganz einfach, weil wir uns nicht mehr naturgetreu ernähren. Nahrung die aus der Natur kommt, ist roh. Sie ist basenreich und selten wird sie sauer verstoffwechselt. Wir kommen aus der Natur, wir gehören in die Natur und wir ernähren uns aus der Natur. So sollte es sein, aber so ist es nicht. Denke einmal kurz nach – was für viele völlig normal ist, kommt in der Natur nicht vor:

Fleisch würden wir natürlicherweise nur in Kleinstmengen, frisch und roh essen. Als der Mensch begann zu jagen, begann er auch, Fleisch durch Feuer genießbar zu machen. In rohem Zustand würde der Mensch kaum Fleisch essen. Auf unserem Speiseplan gäbe es gelegentlich leicht zu fangende Insekten oder solche, die wir mit ungewaschenen Pflanzen mit essen. Fleisch zu erhitzen, ist nicht natürlich. Hitze zerstört Leben und so auch Nährstoffbausteine und Enzyme. Wir sind die einzige Spezies auf unserem Planeten, die Nahrung erhitzt. Würden der Mensch Kochnahrung brauchen, wären wir mit dem Kochtopf geboren.
Lebendes Fleisch oder frisch gerissenes Fleisch ohne Totenstarre hat seinen natürlichen PH-Wert. Fleisch, welches der Mensch heutzutage isst, ist jedoch schon mehrere Tage tot. Alles was tot ist, beginnt mit dem Zeitpunkt des Todes zu verwesen und ist nach wenigen Stunden sauer. Das ist der natürliche Kreislauf der Natur. Nur so kann organisches Material zersetzt und der Erde zurück gegeben werden. Es ist also nicht natürlich, mehrere Tage altes Fleisch zu essen. Zusätzlich übersäuert ist ein Tier kurz vor seiner Tötung. Denn auch bei ihm wird durch Transport (Enge, Müdigkeit, Erregung) sowie Angst kurz vor der Tötung ein saurer Zustand im Körper ausgelöst. Wer bereits totes Fleisch isst, bekommt ein saures und damit in vielerlei Hinsicht schädigendes Nahrungsmittel.

Nahrung zu erhitzen verändert die molekulare Struktur. Bestimmte Bausteine gehen verloren und es entstehen neue Verbindungen, die der Körper nicht mehr als natürlichen Baustein erkennen kann. Die Verdauung wird gestört, denn nicht erkannte Stoffe werden behandelt wie ein Toxin. Sie müssen über die Leber entgiftet werden und bleiben so lang als Abfall im Körper. Stoffwechselabfall wird bis zur Entgiftung und Ausscheidung im Körper gelagert. Gespeichert in unseren Zellen und abgelagert in Gefäßen, stellt dieser Müll Stress für den Körper dar und erzeugt während der Verstoffwechselung ein saures Millieu. Da wir fast nur Erhitzte und damit molekular veränderte Nahrung essen, bedeutet dies Schwerstarbeit für den Körper. Zusätzlich sind etliche neu entstandene Strukturen schädlich. Um nur ein bekanntes Beispiel zu nennen: Acrylamid. Dies gibt es in der Natur nicht. Es ist krebserregend und entsteht beim starken Erhitzen z.B. in Kartoffeln und Getreideprodukten. Die meisten Menschen verzehren es täglich, denn es steckt in jedem Gebäck, (Brot, Toast, Kekse…). Zusätzlich fehlen nach dem Erhitzen Enzyme, die zur Verstoffwechselung oder anderer Wirkungsweise der Vitalstoffe nötig gewesen wären. (Die molekulare Veränderung ist auch bekannt als Maillardsche Moleküle oder Maillard-Reaktion).

Milchprodukte essen wir in Massen. Wie unnatürlich das ist, kannst du dir selbst beantworten: Milch ist Muttermilch für Babys der eigenen Art. Sie liefert Inhaltsstoffe genau abgestimmt auf das Alter und die Wachstumsbedürfnisse des eigenen Säuglings. Das ist auch der Grund, warum sie viel Calcium liefert, denn ein Säugling muss ja den Speicher in Knochen und Zähnen erst aufbauen und kann ohne eigene Nahrungsaufnahme noch kein Calcium aus fester Nahrung erhalten. Muttermilch frisch aus der Brust hat einen natürlichen PH-Wert von 6,7. Nach wenigen Stunden ist sie schon sauer und hat einen PH-Wert von 4,5. (Alles unter 7 ist sauer, unsere Nahrung sollte hauptsächlich basenüberschüssig sein). Wenn du also ein Kuhbaby bist, dann kannst du Kuhmilch trinken. Jeder andere nimmt Calcium aus Quellen auf, die wir mit unseren Zähnen zerkleinern und die einen natürlichen PH-Wert besitzen.

Zucker zu essen, ist gar nicht natürlich. Zucker ist ein durch Verarbeitungsprozesse hergestelltes Produkt. Natürlich gibt es Zucker in der Natur, aber er steckt in den Früchten mit allen Enzymen, Aminosäuren und Pflanzenstoffen in all seiner natürlichen Form und Wirkungsweise als Kohlenhydrat. Zugesetzte Zucker wirken übersäuernd und haben mit Natürlichkeit nichts zu tun. Zucker sollten wir nur dann essen, wenn er im Nahrungsmittel selbst vorkommt. Was meinst du, wie oft am Tag ist das der Fall in deiner Ernährung?

Getreideprodukte machen den größten Anteil der menschlichen Ernährung aus. Auch hier gilt wieder, ohne Erhitzen, Anbau und ertragreiche Kultivierung könnten wir nie so viel Getreide essen, wie wir es tun. Zusätzlich hat das heutige Getreideprodukt nicht mehr viel seiner Ursprünglichkeit, wenn es sich nicht gerade um ein unverändertes Urgetreide handelt. Gebackene Getreideprodukte haben einen sauren PH-Wert. Frisches Getreide hingegen eingeweicht und roh verzehrt, ist basisch und wird nur leicht sauer verstoffwechselt. Keimlinge sind sogar basenbildend.

Die meisten Menschen essen regelmäßig einen Mix aus genau den oben genannten Lebensmitteln. Es gibt zwar tausende Produkte, die die Palette abwechslungsreich erscheinen lassen, jedoch ist überall das gleiche drin. Der Schein trügt. Wir ernähren uns sauer und säurebildend.

Diese Art der Nahrung hinterlässt ein saures Milieu und lagert Stoffwechselabfälle in Blutkreislauf, Zellen und Gewebe ab.
Auch wenn es uns normal vorkommt, diese Art der Ernährung ist unsere Kultur geworden. Sie ist deshalb aber nicht natürlich und verursacht Schäden. Lass mich kurz erklären, was biochemisch im Körper passiert. Denn stimmen die Körpersäfte über längeren Zeitraum nicht, kann es zu Krankheit und sogar zum Herzstillstand kommen.

Alle Körperflüssigkeiten (Blut, Lypmhe, Galle, Magen,…) benötigen unterschiedliche PH-Werte. (Der Wert in dem ein saurer oder basischer Charakter gemessen wird). Alles unter 7 ist sauer, alles über 7 basisch.
Fast alle Körpersäfte sind basisch. Nur der Magensaft hat ein saures Milieu. Entstehen Säuren durch äußere Einflüsse, so kann unser Körper einen Ausgleich durch Umverteilung schaffen. Dies geschieht über das Blut. Unser Blut verträgt jedoch die geringsten Schwankungen. Kommt es dort zur Übersäurerung, kommt es zu ernsthaften und lebensbedrohlichen Krankheiten. Die meisten davon werden mit Medikamenten in Schach gehalten. Die Ursache wird damit nicht behoben. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzstillstand.

Generell sollten wir also basenreich essen, nur in natürlichem Bereich erhitzen und unnatürliche Nahrung von unserem Speiseplan streichen. Gekochtes muss uns nicht schaden aber ein Großteil sollte pflanzliche rohe Nahrung sein. Zusätzlich helfen Fasten, Bewegung, Schlaf, frische Luft, Sonne, Vermeidung von Stress und Ärger und ein naturgemäßer Lebensstil.

BASENREICH ESSEN ~ 80 % BASISCH, 20 % SAUER
Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Nahrungsmittel von Natur aus sauer ist, wie z.B. eine Zitrone. Sondern wie sie bei der Verdauung verstoffwechselt wird. Einige basische Lebensmittel bilden Säuren während der Verstoffwechselung, je nach Zubereitungsart, z.B. Getreide und Hülsenfrüchte.

NICHT UNNATÜRLICH ERHITZEN
Jede stark erhitzte Nahrung, egal ob gekocht, gebacken, gebraten, gegrillt, dampfgegart,… liefert ausschließlich Säuren, auch Gemüse. Leicht erwärmen, (handwarm) ist besser. Nahrung, die ohne starkes Erhitzen nicht essbar für uns ist, ist halt einfach nicht für uns gedacht.

TIERISCHES STREICHEN,
VORSICHT BEI FLEISCHERSATZPRODUKTEN
Statt dessen eingeweichte und gekeimte Nüsse, Ölsaaten und Kerne verwenden. Aus ihnen lassen sich auch Milch, Joghurt und käseähnliche Produkte herstellen. Achtung bei sogenannten Fleischersatzprodukten. Sie bestehen oft aus jeder Menge künstlicher Zutaten und sind gesundheitlich gesehen nicht viel besser als Tierisches, wenn auch ethisch und auf jeden Fall für Mutter Erde. Sie erleichtern nur den Umstieg und das Loslassen von Gewohnheiten.

KEINE ANTINAHRUNGSMITTEL
Stark verarbeitete Zucker und Süßungsmittel, künstliche Haltbarmacher, künstliche Zusätze und Farbstoffe komplett streichen.

FASTENZEITEN
Lege öfters einen Fastentag ein. Nimm dir ruhig jede Woche einen Wasser- oder Saftfastentag. Das wirkt wie ein Kurzurlaub für deine Verdauung und du kannst regelmäßig nicht nur überschüssige Säuren sondern auch Altlasten abbauen.

BASENFASTEN
Wenn Wasser- oder Saftfasten nichts für dich ist, dann nimm dir zumindest regelmäßig einen Basenfastentag. Dann kannst du trotzdem essen aber eben nur 100 % rein basisch. Dies hilft dir, regelmäßig Säuren im Körper zu neutralisieren.

Anregungen für Rezepte und genaue Infos kannst du dir daheim leicht selbst anlesen. In der Bibliothek findest du auf jeden Fall Infos. Oder schau gern bei mir auf Facebook vorbei, dort zeige ich regelmäßig Anregungen aus unserer basenorientierten Küche.

UND ZU GUTER LETZT NOCH DER ZITRONENTEST
Er zeigt dir, wie hoch deine Basenreserven sind und ob du ein Zuführen von Säuren schnell ausgleichen kannst. Wenn du es nicht kannst, ist dein Körper übersäuert. Du bist somit leicht anfällig für Krankheiten, dein Energielevel ist nicht dein Optimum, dein Schlaf ist ggf. gestört und Mineralstoffe werden nicht gut aufgenommen und zusätzlich ausgespült. Das alles beeinträchtigt deine Lebensqualität, vor allem mit zunehmenden Alter.
Du brauchst, logisch, eine Zitrone. Natürlich eine aus der Schale und keine aus diesen kleinen gelben Plastikfläschchen. Und dazu besorgst du dir einen Packen PH-Wert Teststreifen aus der Apotheke und zwar solche, die um 0,2 Punkte zwischen 4,5 und 8,5 genau anzeigen.
Teststreifen PH Wert messen

Führe den Test durch, wenn du mehr als 2 Stunden nichts gegessen hast.
Lege die Teststreifen sowie die Gebrauchsanweisung zurecht.
Speichel einen Teststreifen gut ein und notiere nach 20 Sekunden den Wert. (Er wird zwischen 6,4 und 8 liegen).
Presse nun 1/2 frische Zitrone aus.
Jetzt nimmst du einen Schluck Zitronensaft und spülst damit eine Minute lang deine gesamte Mundhöhle aus.
Warte eine Minute.
Jetzt speichelst du im Minutenabstand jeweils einen weiteren Teststreifen ein und notierst die Werte. (6 mal insgesamt).
Am Ende solltest du 7 Werte notiert haben.

AUSWERTUNG
Erster Wert vor der Zitronenspülung:
6,4 bis 6,8 ist wünschenswert.
6,1 bis 6,3 ist ok aber nicht optimal.
6,0 und weniger ist nicht ok. Du musst dir bewusst werden, was bei deiner Ernährung oder deinem Lebensstil nicht optimal läuft, sonst macht es dich auf Dauer krank.
Die Werte nach der Zitronespülung:
Optimal – Der erste Wert nach der Spülung liegt über 8 und die weiteren Werte sinken nur leicht.
Geht so – Der erste Wert nach der Spülung liegt über 7 und sinkt leicht, aber nicht unter 7.
Ist nicht akzeptabel – Der erste Wert liegt unter 7

Ich hoffe, du hattest ein gutes Testergebnis. Wiederhole den Zitronentest von Zeit zu Zeit, um ein Gefühl für Veränderungen zu bekommen und dir deinen Säure-Basen-Haushalt im Bewusstsein zu behalten.
Natürlich ist der Test nicht so genau wie ein Bluttest, aber du kannst ihn als erste Orientierung selbst anwenden und bei Handlungsbedarf einen genaueren beim Heilpraktiker durchführen lassen. Der wird mit Sicherheit auch deinen Lebensstil hinterfragen und schnell Übeltäter aufdecken können.

PH Wert Messung Basisch essen

Seit einiger Zeit sammle ich unsere Familienrezepte in einem Buch. Unsere Ernährung ist basenorientiert. Ich bereite ausschließlich frische Nahrung mit einem hohem Faktor an Heilnahrung zu und achte dabei auf ein gutes Verhältnis aller Nährstoffe, Vitalstoffe und Aminosäuren für eine optimale Verstoffwechselung. Mir geht es weniger darum, ein Ersatzprodukt in vegan oder roh zu kreiren, sondern um die Bedürfnisse des Körpers und die Gesunderhaltung der eigenen Heilkräfte. Eine verantwortungsbewusste und naturgetreue Wahl der Lebensmittel ist selbstverständlich.
Wir möchten diese Sammlung veröffentlichen, wenn sie sich für uns an Tipps und Fülle vollständig anfühlt. Wenn du Interesse an dieser Sammlung hast, dann trage dich für unseren Newsletter ein und erfahre als erstes, wenn es soweit ist. Du kannst uns auch gern auf Facebook folgen, dort zeige ich regelmäßig einen Einblick aus unserer Küche und unserem Leben.

2 Comments on “Wie? Du bist noch sauer? ~ Der Zitronentest

  1. hallo, und danke für den tollen Beitrag.
    mir ist nicht klar, was die Zitronen-spülung genau im Mund verändert? welche Aussage macht das über den ph wert insgesamt?
    viele grüße
    elsa

    • Hallo Elsa,
      die Zitronenspülung ist ein direkter Angriff mit Säuren, die die Mundhöhle aber auch über die Schleimhäute übersäuern. Der Körper gibt sofort seine Basenreserven über den Speichel dazu, um einen Ausgleich dieser Säuren zu schaffen. Anhand der ersten wahrscheinlich basenüberschüssigen Messung und der danach langsam abfallenden Messungen kann man sehen, wie gut der Körper mit Säure umgehen kann.
      Da Übersäuerung auch immer Mineralien ausschwemmt, hat man einen groben Eindruck, ob das Mineralstoffdepot im Körper gut gegen Ausschwemmung geschützt ist.
      Liebe Grüße
      Janine

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