Verantwortungsvoll essen // Eine Notwendigkeit?

Umdenken

Heute mal ein paar Gedanken von mir. Ein Artikel, der mir schon lange am Herzen liegt. Die letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken über unser allgemeines Essverhalten gemacht und beschlossen, bescheidener zu essen. Ich möchte damit wieder mehr mein Hungergefühl entscheiden lassen, was und wann ich esse und mich etwas vom allgemeinen Nahrungsüberfluss distanzieren. Denn mir ist klar, dass unser Essverhalten Auswirkungen auf den Planeten und unsere Mitmenschen hat und ich bin oft der Meinung, dass ich zu viel oder zu häufig esse. Meist esse ich, weil gerade Frühstücks- Mittas- oder Abendbrotzeit ist, egal ob ich Hunger habe oder nicht. Es ist einfach gesellschaftlich normal, mindestens drei Mahlzeiten am Tag zu essen. Aber gerade während meiner Sauerkrautkur habe ich gemerkt, dass ich mit weniger, dafür sorgfältig ausgewählter Nahrung gut auskomme und mein Hunger sich mal mehr, mal weniger oft meldet. Warum dann also ständig essen?

Mir ist klar, dass unser Essverhalten mitverantwortlich für die Ärmsten der Ärmsten ist. Um daran etwas ändern zu wollen, muss man schon überzeugt sein. Und um überzeugt zu sein, muss man eben eins sein: überzeugt. Ich denke aber vielmehr, dass ein generelles Umdenken in unserem Ernährungsverhalten eine Notwendigkeit ist und hoffe, mit meinen Gedanken mehr Menschen zu erreichen.

Bescheiden mit Lebensmitteln umgehen; hauptsächlich essen, was saisonal wächst und auch nur dann, wenn Hunger besteht; das erfordert schon Disziplin. Zu sehr sind wir verwöhnt, jede mögliche Nahrung zu jeder Jahreszeit zu bekommen und essen nur noch Gerichte, wie sie uns Zeitschriften, Kochbücher- und -shows vermitteln. Einfach mal ein Lebensmittel ohne viel Zubereitung zu genießen, das haben wir verlernt. Doch genau das möchte ich wieder mehr tun. Einfach essen. Erfordert das wirklich so viel Disziplin? Wenn ich mir bewusst bin, was ich damit bewege, fühlt es sich richtig an. Und plötzlich scheint der Gedanke gar nicht mehr schwer zu sein, sondern macht glücklich und animiert, noch mehr darauf zu achten.

WORUM ES BEIM VERANTWORTUNGSVOLLEN ESSEN GEHT?
Es geht um ein gesundes Hungergefühl anstelle von Schlemmerei und darum, ein Verantwortungsgefühl dafür zu bekommen, was unser Teller mit dem Rest der Welt zu tun hat. Es geht um Schonung, Mitgefühl und Rücksichtnahme.
Ich bin schon lange davon überzeugt, mit einem sorgsamen Nahrungseinkauf Gutes oder Schlechtes zu bewirken. Jeder kann die Auswirkungen des unbedachten Lebens unserer Gesellschaft verhindern.
Probleme wie Welthunger, Monokultur, Weltarmut und Umweltprobleme sind nicht einfach da, sondern wir erschaffen sie, indem wir an Bequemlichkeit und Unbekümmertheit festhalten. Es geht aber auch anders. Wenn wir erstmal die Zusammenhänge verstehen, sind wir auch bereit, Verantwortung anzunehmen.

JEDER MERKT SELBST, WAS SICH RICHTIG ANFÜHLT, UND WAS FALSCH.

Mit einem Satz wollten uns unsere Eltern als Kinder immer zum Essen bewegen, doch wir wissen, dass es den Kindern in Akrika nichts nützt, wenn wir unsere Teller leer essen. Trotzdem haben wir mit jeder Mahlzeit Einfluss auf die Teller der Ärmsten. Denn eins hat sich in letzten Jahrzehnten rasch verändert, unser stetig steigender Hunger auf Fleisch. Und dieser sorgt dafür, dass die armen Länder sich nicht mehr selbst ernähren können. Das war nicht immer so. Die Kleinbauern in Akrika und anderen Hungergebieten konnten sehr wohl ihre Familien und die Region ernähren, nur heute nicht mehr und das wird so bleiben, wenn wir weiterhin an userem Fleischhunger festhalten.

Fleisch essen verbraucht zu viele Ressourcen. 3/4 der Getreideflächen weltweit werden heute als Anbauflächen für Futtermittel genutzt. Für 1 Kg Rindfleisch werden zu viele Kg Getreide und Wasser benötigt. Getreide, welches viele Menschen direkt ernähren könnte. Der Fleischhunger in den Industrieländern steigt weiter an und der globale Export von tierischen Produkten nimmt immer mehr zu. Denn unser Gaumen ist verwöhnt. Wir fordern nur noch die schönen Stücke vom Tier. Hühnerbrust, Filetstücke, Schweinerücken, der Rest wird tiefgefroren um den gesamten Globus geschickt, zu Dumpingpreisen! Freihandelsabkommen und Börsenspekulationen machend dies möglich. Mit den Dumpingspreisen konnten die Kleinbauern aber nicht mithalten. In vielen Ländern haben ca. 98 % aller Bauern ihre Existenzgrundlage verloren. Bauern, die einst wichtige Arbeitgeber waren. Heute leben sie an der untersten Armutsgrenze. Sie hungern! Und solang dieser Fleischexport zu Dumpingpreisen aufgrund unserer Überflussgesellschaft anhält, wird sich daran nichts ändern.
1-2 % der Bauern bewirtschaften das gesamte aufgekaufte Land für eine Hand voll Großkonzerne, die den gesamten Nahrungsmittelmarkt der Industrieländer in der Hand haben. Die Getreideernten der armen Länder ernähren nicht mehr die Menschen dort, sondern Millionen Nutztiere für die Industriestaaten. Nur ein kleinerer Teil wird zu Nahrungsmitteln verarbeitet, zu Nahrungsmitteln, die in den Industrienationen verkauft wird. Wir füllen unsere unersättlichen Bäuche mit Nahrung, die anderen Menschen weg genommen wurde.

Und ein weiteres Problem kündigt sich bereits an. Bis Mitte des Jahrhunderts werden wir 10 Milliarden Menschen auf der Erde sein. Wie soll unsere Erde uns alle ernähren?
Ja, ich ernähre ich mich wegen der Gesundheitsvorsorge roh-vegan, aber seit dem veganen Gedanken und den damit zusammenhändenden Hintergrundthemen ist mir so vieles klar geworden. Den Aspekt für eine Zukunft halte ich mir immer wieder gern vor Augen. Wer wird am Ende überleben? Der Planet oder wir? Der Planet wird sich erholen. Die Frage ist, ob wir es auch können.
Ich sehe unsere Art (und alle anderen Arten) bedroht, einerseits durch die Natur, die sich mit Sicherheit wehren wird und andererseits durch uns selbst. Denn durch den ausbeuterischen Ernährungsstil in den Industrieländern gibt es immer weniger Nahrung für alle, für ALLE auf unserem Planeten. Die Ärmsten verhungern. Täglich sterben bis zu 40.000 Kinder auf der Welt an Hunger. Sie können sich nicht wehren. Aber wenn wir weiterhin mit unseren Einkäufen Billignahrung und damit genmaipulierte Arten und Sortenarmut fordern, sowie die damit verbundene Monokultur und Notwendigkeit an Pestiziden, wird es auch in den Industrieländern Nahrungsknappheit geben. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Wer wird dann der Verlierer sein? Der wehrlose Bürger, der friedlich daheim sitzt und genüsslich alles isst und trinkt, was die Industrie hübsch in Dosen und Flaschen verpackt hat oder ein paar Wenige Skrupellose aus übermächtigen Nahrungsmittelindustrien, die unsere komplette Nahrung vom Saatgut bis zum Endprodukt sowie unser Wasser und auch das Ass unserer Ahnungslosigkeit in der Hand haben?
Wir werden immer mehr, unsere Nahrung immer knapper. Was meinst du? Wie viele Tage wird es dauern, über Wasser und durch Konzerne abgepackte Fertignahrung für Platz auf der Erde zu sorgen?

Fleisch verbraucht zu viele Ressourcen. Dass es ohne Fleisch geht, zeigen viele Menschen, darunter Hochleistungssportler, Ärzte oder Prominente, die diese verantwortungsvolle Ernährungsweise vorleben sowie etliche wissenschaftliche Erkenntnisse, z.B. zusammengefasst in der China Study.

Aber zurück zur verantwortungsvollen Ernährung. Was spart noch Ressourcen?

ÖKOLOGISCH NACHHALTIGER ANBAU
Seit auch unsere Bauern mehr und mehr vertraglich an Großkonzerne gebunden sind, folgt jeder Bauer den allgemeinen Empfehlungen. Mit mehr Technik, mehr Monokultur und dem hohen Einsatz von Pestiziden sollen hohe Erträge erzielt werden. Was heute einige Wenige reich macht, ist der Beginn der Nahrungsmittelknappheit in den Industrieländern.
Denn:
Monokultur erfordert Kunsstünger. Kunstdünger zerstört die Bodenorganismen, die wiederum für die Fruchtbarkeit unserer Böden ausschlaggebend sind. Kunstdünger wird abgebaut und das Ende dieser Ressourcen (Kali, Phosphor, Mangan) ist bereits errechnet und wird keine 150 jahre mehr reichen. Bis dahin werden unsere Böden so weit zerstört sein, dass sie sich nicht mehr erholen und für den Nahrungsmittelanbau auf herkömmliche Weise ungeeignet sind.
Dazu kommt, dass wenige übermächtige Konzerne bereits Patente auf Saatgut besitzten. Sie verändern das Erbgut der Pflanzen, damit sie nicht anfällig für deren Pestizide sind und die Früchte größer, süßer und ertragreicher werden. Damit geht die Artenvielfalt verloren aber auch die Heilwirkung, die jede Pflanze mit ihren Bitterstoffen und ätherischen Ölen in sich trägt. Das beeinflusst nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tiere, die sich bei Krankheiten oder Parasitenbefall ganz instinktiv aus der Apotheke der Natur zu helfen wissen.

Im Bioanbau wird hingegen auf natürliche Düngung und ein sich selbst regulierendes Ökosystem durch spezielle Pflanzengemeinschaften und Nützlinge gesetzt.

Wir müssen allerdings rechtzeitig auf ökologisch biologische Nahrung setzen.
IN EIN PAAR JAHREN WIRD ES KEINE BIOBAUERN MEHR GEBEN,
KEINE FRUCHTBAREN BÖDEN,
KEIN BODENLEBEN,
KEINE ARTENVIELFALT,
KEINE URSPRÜNGLICHEN ARTEN,
KEINE HEILWIRKUNG VON PFLANZEN.

Heute sind es die leeren Teller der hungernden Kinder in der Ferne. Morgen werden unsere Teller leer sein.

Wir sehen derzeit jede Menge ernährungsbedingter Probleme. Ackerland und Trinkwasser wird immer knapper, die Böden sind bereits ausgelaugt, unsere Ozeane leergefischt, rund 1/3 der Weltbevölkerung lebt im Überfluss und verursacht den Hunger auf der Welt. Während der Überfluss auch noch zu Zivilisationskrankheiten und sinkender Lebensqualität in immer jüngeren Jahren führt. Wir wissen, was wir ändern können!

Ein Umdenken ist nötig. Mit einer verantwortungsvollen Ernährungsweise trägt jeder zu gerechter Verteilung und seiner eigenen Gesundheit beitragen. Es ist Zeit, die Ausbeutung zu stoppen und Freihandelsabkommen abzuschaffen, damit Entwicklungshilfen auch ankommen und fruchten können. Unser Fleischhunger ist verantwortlich für den Hunger auf der Welt und die Zerstörung unserer Umwelt. Wir müssen damit aufhören, im Übermaß zu leben.

Einmal verstanden, gibt es kein Zurück mehr. Dass ich umdenke, habe ich längst für mich entschieden.

Wir können NICHTS ändern

oder ALLES!

Weitere Infos findest du hier:
Sendung des WDR – Wie werden wir in Zukunft alle satt?
Internetseite der Welthungerhilfe
10 Milliarden – der Film

 

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