About

Pachamama – Mutter Erde
Für die Völker der Anden ist sie heilig ~ Pachamama, unsere personifizierte Mutter Erde. Wie viele naturnah lebende Völker ehren und schützen sie, was nicht selbstverständlich ist ~ Die Natur mit all ihrer Vielfalt. Es gibt keinen wertvolleren Reichtum. Sie sind dankbar für das Leben. Sie haben verstanden, um was es geht.

Und wir? Wie gehen wir allgemein mit Mutter Erde um? Wir beuten sie aus und bringen Unordnung in alle Lebenskreise. Wir stellen uns über andere Erdlinge. Wir denken uns gehöre die Welt und stellen uns an die Spitze der Nahrungskette. Dabei sind wir Teil eines Ganzen, Teil eines Lebenskreises und keinesfalls sollten wir uns als Spitze der Nahrungskette betrachten. Wir verwüsten die Natur, töten Lebewesen in Massen. Wir schwächen die Artenvielfalt, bauen in Monokultur an, vergeben Patente auf Pflanzen und verändern genetisch ihr Erbgut. Wir produzieren Chemikalien in Tonnen, täglich! Und all das ruiniert unsere Mutter Erde und ihren Reichtum, unsere Gesundheit und das Leben ALLER Erdlinge. Wir wissen davon und nehmen das so hin. Was haben wir nicht verstanden!

Winterkind vWer ich bin?
*

MUTTER
VEGANER
ROHKÖSTLER
GESUNDHEITSJUNKIE
NATURLIEBHABER
QUERDENKER
TRÄUMER
&
WINTERKIND
*


Mein Name ist Janine. Vor 6 Jahren beschloss ich, vegan zu leben. Diese Entscheidung hat mein komplettes Leben verändert. Es prasselten sämtliche neue Ideen, Sichtweisen und Fragen auf mich ein. Der Veganismus hat einen Schalter in mir umgelegt, nachdem es kein Zurück mehr gab.
Aber angefangen hat alles vor 21 Jahren, mit meiner Leidenschaft für die Gesundheitsvorsorge. Schon damals ging ich gern Lebensmittel einkaufen und las peniebel die Etiketten. Ich informierte mich über die Herstellung von Nahrungsmitteln, die Inhalte, Verarbeitung und auch über unseren Körper, unser Innenleben, unsere Anatomie, über unsere Biochemie und über alles, was zu Krankheit führte und den Körper heilte. Ich besuchte unzählige Vorträge, Schulungen und Seminare, wälzte ein Fachbuch nach dem anderen und erweiterte mein Wissen. Ich saugte alles Wissen auf wie ein Schwamm. Meine Lebensweise verändertes sich Stück für Stück und Fastenkuren, Entgiftungskuren, Darmsanierung, Kneippanwendungen und Heilnahrung wurden Teil meines Alltags. So fügte sich Puzzle für Puzzle zusammen, bis ich automatisch dazu kam, nur rohe und pflanzliche Nahrung als gesund zu betrachten. Alles andere, wenn auch nicht direkt schädigend, hatte irgendeinen Haken. Diese Leidenschaft hat mich zum Veganismus gebracht. Und jeder, der bei dem veganen Grundgedanken ankommt, erkennt, dass die Auswirkungen der nicht veganen Lebensweise unermesslichen Schaden anrichten.
Es ging plötzlich nicht mehr nur um die eigene Gesundheit, sondern um den Planeten und eine Zukunft ~ um Mitmenschen und ALLE Erdlinge, um Mitgefühl, um ressourcenschonenden Umgang, Respekt, Achtung und Dankbarkeit. Ich verstand plötzlich, welchen Einfluss wir darauf haben, dass 1/3 der Weltbevölkerung hungert. Besonders nah gingen mir die Zahlen der Kinder, die täglich auf unserem Planeten an Hunger sterben. 40.000 Kinder sterben täglich an Hunger. Eine Zahl, die sich lt. Welternährungsbericht vermeiden lässt, denn unsere Erde bietet genug Nahrung, um alle zu ernähren. Ich verstand, dass Kühe nicht automatisch Milch geben, sondern ihre Jungen säugen und dass wir Muttermilch trinken, die für ein 200 kg Kalb gedacht ist. Dass Tiere nicht zum Essen da sind, sondern genauso ein Teil des Organismus Erde sind, wie wir dazu gehören. Ich erkannte die Zusammenhänge unserer Umweltbelastung durch unseren enormen Fleischkonsum und der damit nötigen Massentierhaltung und Monokultur für Futtermittel. Dass dieser extreme Anstieg unseres Fleischhungers nicht auf schonende Weise möglich ist und nur auf einem ausbeuterischem System funktionieren kann. Und dass wir uns mit unserem Handeln für oder gegen Umweltzerstörung, Welthunger, Klimawandel und gesundheitliche Probleme wie Zivilisationskrankheiten entscheiden. Und für mich war klar, dass ich an all der Ungerechtigkeiten und der Ausbeutung keinen Anteil haben wollte.

Mit der Einstellung zum Veganismus entdeckte ich auch meine Liebe für die Natur zurück. Als Kinder waren wir immer draußen, ich kannte viele Pflanzen aus der Natur und welche essbar waren und wie man sie verarbeitet. Aber das Interesse ging mit der Zeit verloren. In Schule, Arbeitsalltag und Gesellschaft war das alles kein Thema mehr. Die alte Frau, die damals mit uns im Mietshaus meiner Eltern wohnte und die mir als Kind dieses Wissen aus der Natur beibrachte, war längst verstorben. Werbung, Zeitschriften und Marketing impften uns mit convenience-Produkten und einer konsumorientierten neuen schnelllebigen Welt. Die Natur rückte in den Hintergrund. Werte wie Besitz, Arbeit, Geld und Ansehen rückten in den Vordergrund. Ich lies mich von der Gesellschaft mitschleppen, so wie wir es alle gewohnt sind und als normal betrachten. Erst als ich mit meinem Mann das Outdoorleben entdeckte, kam die Liebe zur Natur zurück, das geschah etwa zur gleichen Zeit, wie der vegane Gedanke.

Wir entdeckten das Wandern für uns und kurze Zeit später das Paddeln. Wir sind gern tagelang in der Natur unterwegs, mit Sack und Pack, verpflegen uns draußen, mit Frischem aus der Natur und etwas selbst mitgebrachter Nahrung. Es ist toll, morgens aufzuwecken, aus dem Zelt zu schauen, die Stille und tolle Ausblicke zu genießen, während man langsam wach werden kann. Wer weiß was der Tag bringt, wo der Weg heute hin führt, was für tolle essbare Überraschungen die Natur für uns bereit hält und welche Erinnerungen wir mitnehmen werden, an Tage die am besten nie enden sollten. Seit einiger Zeit haben wir auch noch das Klettern für uns entdeckt und ich bin schon immer Läufer und mein Mann ein MTB-Liebhaber.

Mit diesem Outdoorleben kamen auch neue Erkenntnisse. Wir legten uns nach und nach eine gute Ausrüstung zu und wurden so ganz automatisch mit den Grundsätzen einiger Outdoormarken konfrontiert. Viele namenhafte Hersteller verfolgen den Umweltschutz als Ziel bei der Herstellung ihrer Produkte und informieren über Schadstoffe, und Recycling. Schließlich soll durch unser Leben in der Natur nichts zurück bleiben, außer Erinnerungen und unsere Fußabdrücke. Wusstest du, dass es Outdoorkleidung gibt, die nach 15 Jahren beginnt, sich selbst zu zersetzen? Es soll möglichst kein Müll zurück bleiben und die Umwelt nicht mit Schadstoffen belasten. Und so achteten wir immer mehr darauf, auch in anderen Bereichen keine umweltschädlichen Produkte mehr zu kaufen.

Müll trennen wir schon immer aber jetzt wollten wir Müll vor allem vermeiden. Wir schränkten unseren Plastikkonsum ein, von jetzt an ließen wir uns keine Plastiktüten mehr geben, ich stopfe immer alles in meine große Allesreinpasstasche und habe Baumwollbeutel dabei. Obst und Gemüse kommt lose ins Einkaufskörbchen. Das ist auch ein Grund, warum wir beim Biomarkt kaufen und keine abgepackte Frischware aus dem Supermarkt. Unsinnige Lebensmittelverpackungen meide ich, was nachfüllbar ist, fülle ich auch nach und bevorzuge Lebensmittel aus Papptüten und lose Ware. Die Reformhäuser und Biomärkte haben da schon ein breites Angebot. Plastikflaschen kommen nicht mehr ins Haus, es werden wieder die guten alten Glasflaschen gekauft. Auch Pflegeartikel und Reinigungsartikel wurden kritisch betrachtet und Alternativen gefunden. Es gibt tatsächlich biologisch abbaubare Umverpackungen und in Reformhäusern können einige Pflege- oder Reinigungsartikel nachgefüllt werden. Statt Seifenspender werden Seifenstücke im Pappkarton gekauft. Daheim wurden Alufolie und Frischhaltefolie verschenkt und nie wieder eingekauft. Unsere Mülleimer daheim sind jetzt mit Papiertüten bestückt und die angefangene Packung Papierbeutel von vor 6 Jahren ist immernoch nicht verbraucht, denn wir kippen den Müll aus der Tüte jetzt immer lose in die Tonne und die Tüte bleibt im Eimer, es sei denn, es klebt wirklich mal was sehr Matschiges dran. Die Elektrozahnbürste musste noch ihren Geist aufgeben, seit dem kaufen wir nur noch Bambus- oder Holzzahnbürsten. Alltagsgegenstände kaufen wir aus langlebigen Materialien. Und auch dort schauen wir auf den ökologischen Fußabdruck, den das Material beansprucht. Wir sind Holz- und Baumwollfreunde geworden und wir kaufen lieber die teurere langlebige Variante als die billige Wegwerfversion.

Am Schlimmsten finde ich Plastik, denn es verrottet nicht, es zersetzt sich lediglich in Mikroplastik und wird unseren Planeten für immer belasten. Mittlerweile gibt es Müllteppiche auf unseren Ozeanen, die größer sind, als die Bundesrepublik Deutschland und es schwimmen nur etwa 10 % an der Oberfläche, der Großteil der Plastikbehältnisse füllt sich irgendwann mit Wasser und geht unter. Untersuchungen von Meeresfisch haben ergeben, dass 100 % aller Meeresfische mit Mikroplastik belastet sind und Mikroplastik befindet sich auch in unserer Muttermilch. Es ist also längst im Kreislauf integriert aber wir dürfen die Situation nicht noch weiter verschlimmern. Wir haben nur eine Erde zum leben. Wenn du jetzt glaubst, dass Länder wie wir aber doch Müll trennen und alles Plastik recyclelt wird, dann irrst du dich. Gerade mal 14% können recycelt werden, weil der Materialmix immer verrückter geworden ist und ohne Angabe der genauen Zusammensetzung schwer verarbeitet werden kann.

Unser Konsumverhalten änderte sich auch im Textilienbereich. Wegen der Schadtstoffe in der Nahrung begann ich die Öko-Test zu lesen und fand schnell heraus, dass wir Schadstoffe nicht nur essen, sondern sie auch über die Haut aufnehmen. Pflegeartikel, Waschmittel und Kleidung sind geradezu verseucht. Kleidung ist nicht zum drin rum laufen, sondern zum davon laufen. Leider gibt es nur sehr wenige Anbieter, die halbwegs transparent sind und auf deren Qualität man vertrauen kann. Aber noch ein weiteres Kriterium kam hinzu. Wir konnten es nicht länger ertragen, dass fast unsere gesamte Kleidungsindustrie ein ausbeuterischer korrupter Haufen ist. 8 Jährige Kinder nähen unsere Kleidung, sie stehen teilweise knöcheltief in Farben und Chemikalien, atmen giftige Dämpfe ein, arbeiten mehr als 12 Stunden am Tag, haben keine Kindheit und sehen ihre Familien so gut wie nie. Mit diesem Leid möchte ich mich nicht kleiden. Ich suchte nach Alternativen und bin auf die Fair Wear Foundation und weitere Organisationen gestoßen. Seit dem haben wir nie wieder einen H&M, C&A und weitere solcher Geschäfte betreten. Auch Kleidung aus Supermärkten schenke ich nur Verachtung. Beim Kleidungskauf muss es im übrigen nicht immer die teure Ökovariante sein. Stöbert man auf der Internetseite der Fair Wear Foundation, stellt man schnell fest, dass auch Geschäfte wie zum Beispiel der Takko Mitglied dort ist und unter fairen Bedingungen produziert. Und die haben die gleichen günstigen Preise, die wir gewohnt sind.

Alles in einem hat der vegane Gedanke unserem Familienleben einen enormen Denkanstoß gegeben und viel verändert. Wir gehen mit offenen Augen durchs leben, hinterfragen kritisch, informieren uns, bilden uns unsere eigene Meinung und folgen nicht mehr dem bequemen Weg. Der Weg sollte hier aber noch nicht zu Ende sein. Die wohl größte Veränderung stand noch bevor.

2013 haben wir Familienzuwachs bekommen. Während meiner Schwangerschaft hatte ich viel Bettruhe und konnte deshalb keinen Sport mehr machen. Ich kaufte mir eine DVD mit Yogaübungen speziell für die Schwangerschaft, für wenigstens etwas Abwechslung. Am Ende konnte ich zwar auch davon kaum etwas machen aber dadurch begann ich, mich für die Lehren vieler Yogis, dem Buddhismus und zum Schluss auch mit den Grundsätzen einiger Naturvölker zu interessieren. Ich fand deren Botschaft schön und sie passten so gut zu unserem Wandel. Vieles schlummerte schon lange im mir aber war nie dermaßen greifbar. Es ging nicht mehr nur um Fakten sondern um die Wahrheit, unser Sein, die Lehren gaben Sinn und gerade in der Schwangerschaft, wo jede Frau sehr emotional ist, trieben mir viele Weisheiten Tränen in die Augen, aus Mitgefühl, für Dankbarkeit und aus tiefstem Herzen. Ich sah plötzlich das Potential einer besseren Welt und was alles möglich ist. Alte Wertevorstellungen verschwanden und neue Werte nahmen einen Platz ein. Ich konnte mit dieser ganzen Oberflächlichkeit in unserer Gesellschaft nichts mehr anfangen. Ich wollte nicht mehr nur gute Produkte haben sondern HABEN wurde mir gleichgültig und ich legte Wert auf die eigene Familie. Die Zeit, die uns bleibt wollte ich mit meinen Liebsten verbringen und auskosten.

♥ TU WAS DU KANNST, DANACH GEHE RAUS UND GENIESSE DIE WELT ♥

Ich wollte meine gesamte Zeit meiner Familie widmen und den wichtigen Dingen im Leben. Ich möchte die Zeit auskosten und genießen, eben leben. Ich begriff, was diese Zeit raubte oder dem entgegen steht. Im Allgemeinen putzen wir täglich durchs Haus, sind mit räumen, sortieren, ordnen, verwalten, kaufen und aussortieren beschäftigt. Die restliche Zeit verbringen wir damit, unseren Besitz zu zeigen, mit anderen zu messen, zu jammern über Dinge, die wir noch nicht haben. Dieser ganze Besitz nimmt uns Raum und einen großen Teil unserer Zeit. Raum der keine Kreativität mehr zulässt und Zeit, den Tag zu leben. All das ist Ballast, den wir mit uns schleppen, gedanklich und physisch. Dabei ist es nicht wichtig, was wir haben und dass immer alles in bester Ordnung und sauber ist. Unsere Kinder sollen später nicht erzählen, dass es im Haus immer ordentlich war, sie sollen erzählen, was sie erlebt haben und reich an schönen Erinnerungen sein. Und so fingen wir an, alles stehen und liegen zu lassen und uns UNS zu widmen. Wir genossen lieber schöne Tage unterwegs obwohl wir wussten, dass noch viel zu erledigen wäre. Das brachte uns zwar tolle Erlebnisse aber im Hinterkopf störte noch etwas, wir schleppten zu viel Ballast mit uns. Was das war, konnte ich da noch nicht ganz fassen. Bis meine Kollegin einen neuen Keim in mir weckte, der mich nicht mehr los lies.

Sie erzählte mir vom Minimalismus, ein Gedanke, der mich ab da nicht mehr los lies. Ich bin schon ein paar Monate vorher auf diese Minihäuser gestoßen – Tiny houses. Man lebt dort auf wenigen Quadratmetern, teilweise auch mobil. Von diesem Gedanken war ich total fasziniert und erzählte meinem Mann voller Begeisterung, dass ich mir das gut vorstellen kann. Damit verbunden war auch, dass man nur das Nötigste besaß und eben viel Zeit zum Leben hatte sowie mobil sein konnte. Ein Traum, den ich schon länger vor mir her schiebe. Ich würde gern weniger arbeiten, mit wenig Geld auskommen und dafür weniger brauchen. Nur das bisherige typisch deutsche Wohnprinzip stand dem im Weg. Mit dem Tinyhouse aber nicht mehr. Da reichte ein kleines Grundstück, welches man innerhalb weniger Jahre inklusive Haus bezahlt hat und bei dem kaum Energie- und Reperaturkosten entstehen. Mit dem Minimalprinzip meiner Kollegin war der Traum wieder präsent und wir unterhielten uns viel darüber und landeten beim 100-Sachen-Prinzip. 100 Sachen besitzen, mit seinem ganzen Besitz in 2 Koffern frei zu sein, das war es. Dieser Gedanke war schon Freiheit an sich und es machte klick im Kopf.

Gedanklich verabschiedete ich mich sofort von fast allem, was ich besaß. Ich schmiedete einen Plan, wie ich nach und nach all meinen Krämpel los bekommen sollte und wie lang es wohl dauern würde. Würde ich bei 100 Sachen ankommen? Wie viel besitze ich eigentlich? Wohl eher tausende Sachen. Jetzt wäre ich gerade froh, wenn ich wenigstens bei wenigen hundert Sachen raus käme. Und wie spießertauglich ist das 100 Sachen Prinzip eigentlich? Wir haben Haus, Auto, Garten, Fahrräder, Möbel. Ist das realisierbar? Wir werden sehen.

Derzeit (März 2015) befinden wir uns in Phase 1, ausmisten. Alles ist bereits sortiert in Kisten zum Verschenken, Verkaufen und etliches ist bereits entsorgt. Unsere Zimmer werden leerer und alles was innerhalb des ersten Jahres nicht aus den Kisten verschwunden ist, wird am Ende des Jahres entsorgt. Aller Ballast ist weg und von uns gefallen. Die Aktion ist enorm befreiend und täglich finden wir neue Gegenstände im Haus, die dem Prinzip zum Opfer fallen. Ich bin gespannt, was am Ende des Jahres übrig bleibt.

Mit unserer Tochter erleben wir die wohl schönsten Momente im Leben und sie bereichert uns unheimlich. Ich bin froh, dass wir langsam Raum und Zeit bekommen, diese Momente voll und ganz zu nutzen, mit nur ein paar kleinen Veränderungen in unserem Leben. Und wir lernen von ihr ebenfalls für uns dazu. Kinder sind voller Begeisterung und werden mit einem riesengroßen Herz geboren. Im Laufe der Zeit verlieren sie es jedoch und werden Teil unserer Ellenbogengesellschaft. Ich bin froh, dass ich daran nicht mehr teil haben möchte und erkannt habe, was wichtig ist und was im Leben gar keinen Wert hat. Und ich freue mich darauf, meinen Kindern von Anfang an eine andere Richtung zu zeigen. Eine Normalität, bei der wir achtsam und mit Bedacht leben, Rücksicht nehmen, Mitgefühl zeigen, in der es nicht nur A sondern auch noch B und C und D und E gibt.  In der wir unser handeln hinterfragen und tun, was sich richtig anfühlt. Ich möchte meine Kinder vor unserer jetzigen Gesellschaft schützen. Sie sollen ihr großes Herz und ihre Begeisterung behalten. Mal sehen, was da noch alles auf uns zu kommt. Der erste utopische Gedanke steht schon an, ich möchte nicht, dass mein Kind mal eine Schule besucht. Denn dort würde das alles wieder zerstört werden.

Unser Schulsystem bringt uns genau alles das bei, wovon ich mich los gesagt habe. Ich möchte gern mit Gleichgesinnten lernen und zusammen mit meinem Kind selbst bestimmen, was es lernt, wie und wann. In Deutschland herrscht Schulpflicht. Ich kann mich aber mit diesem Schulsystem nicht mehr anfreunden. Ein Schulsystem bei dem Schüler und Lehrer nicht mehr zusammen finden, beide Seiten oft Angst haben, das freie Familienleben extrem eingeschränkt wird, 2/3 des Lernstoffes und der Zeit, die wir dort verbringen müssen, gestrichen werden kann, wichtige Themen fürs wirkliche Leben sowie Interessen auf der Strecke bleiben und das sogar mit Polizeigewalt erzwungen wird, finde ich bedenklich. Lernen geht auch anders. Auch wenn wir das in Deutschland als undenkbar befinden, ist es möglich. Viele Freilerner Familien machen es vor und in anderen Ländern ohne Schulpflicht funktioniert es auch. Wir haben noch Zeit bis uns die Schulpflicht einholt aber bis dahin möchte ich einen Kompromiss gefunden haben, mit dem die ganze Familie glücklich ist.

J WinterkindJetzt hast du schon jede Menge über uns erfahren. Wenn du genau wissen willst, wie wir uns ernähren, dann lies einfach weiter und es gibt auch noch ein paar Gedanken von uns.

Wie die DGE selbst über viele Nahrungsmittel berichtet, die nachweislich in direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Entstehung vieler Krankheiten stehen, haben auch wir uns mit der Entstehung von Krankheit und der Gesundheit für Körper und Geist auseinander gesetzt. Dadurch konnten wir uns nicht damit anfreunden, Nahrung zu essen, die Krankheiten fördert und die Selbstheilungskraft des Körpers hemmt. Auch nicht in Maßen. Außerdem beschäftigten wir uns mit den Hauptpersonen der DGE und stellten schnell fest, dass die Verantwortlichen aus der Lobby großer Lebensmittelkonzerne oder der Fleisch- und Milchindustrie stammen. Somit war uns schnell klar, dass die Empfehlungen der DGE immer hochpolitisch sind, nie unabhängig und den eigenen Wirtschaftsinteressen entsprechen.


WIR ESSEN, WAS IN DER NATUR WÄCHST UND VERDERBLICH IST.

WIR ESSEN NICHT, WAS VERÄNDERT, ERFUNDEN ODER UNNATÜRLICH LANGE HALTBAR GEMACHT IST.

Das ist unsere ganz eigene Gesundheitsvorsorge:

Alles, was roh verzehrbar ist, bleibt auch roh.
Wir achten auf Darmgesundheit. Und ich faste gern, mein Mann nicht ganz so gern. 😉
Wir verbringen viel Zeit im Freien.
Wir versuchen, so nachhaltig wie möglich zu kaufen und zu leben und lernen immernoch dazu, was ein positives Mindset gibt.

Viele Themen sind für die meisten Menschen immer noch fremd. Sie haben zwar davon gehört, aber eben nur davon gehört. Doch Themen wie pflanzenbasierte Ernährung, ökologischer Lebensstil, soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Postwachstum, zukunftsfähige Perspektiven und alternative Lebensstile gehen uns alle an, denn sie verändern unsere Welt in einen Ort, an dem wir glücklich, frei und friedlich miteinander leben können. 

 

NATURNAH LEBEN
Für mich bedeutet dies eine Art der Besinnung. Wir kommen aus der Natur und wir gehören in die Natur. Auch wenn wir uns weiter entwickelt und unsere Welt technisch und sozial komplex neu gestaltet haben, so sollten wir altes Wissen nicht vergessen und uns unserer Herkunft und Bestimmung in einem Lebenskreis der Natur immer bewusst sein. Die Tage unterwegs zeigen mir immer wieder, wie sehr wir allgemein an eingefahrenen Denkmustern und sozialen Vorgaben festhalten und uns in vielen Dingen selbst im Wege stehen.
Eine Herzensangelegenheit ist es deshalb auch, meinen Kindern keine Norm beizubringen, sondern frei zu denken und verantwortungsvoll zu handeln. Ich möchte, dass meine Kinder bewusst handeln und ihre Ansichten selbst hinterfragen.

PachamamaWenn Wenn wir unseren Kindern Tiere und Natur zeigen und uns freuen, wenn sie unsere Welt entdecken, dann sollten wir auch mit allem, was möglich ist, diese Welt schützen.

Wir können zum Beispiel viel mehr Strom und Ressourcen sparen, wenn wir anders leben. Wer morgens zeitig aufsteht und abends zeitig ins Bett geht, muss den Tag nicht mit künstlichem Licht unnötig in die Länge ziehen. Das spart nicht nur Strom sondern hilft auch unserem Körper, gesünder und erholsamer zu schlafen, da wir zurück in den natürlichen Rhythmus der Tages- und Nachtzeiten finden.
Auch wenn wir uns vom Auto nicht gänzlich verabschieden wollen, erledigen wir viele Wege zu Fuß und mit dem Rad. Sogar größere Anschaffungen lassen sich mit dem Fahrradanhänger erledigen. Sei ein gutes Beispiel und kreativ und fahre doch mal mit dem Fahradanhänger im Baumarkt oder im Getränkemarkt vor. Auch den Arbeitsweg bekommen wir mit der Bahn gut geregelt.

Umweltgifte lassen sich nur meiden, wenn man genau weiß, was wo drin ist. Hier empfielt es sich, mal ein Jahr lang die Zeitschrift “Öko-Test” zu lesen, um ein Gefühl zu bekommen, worauf man überhaupt alles achten kann. Auch gut fand ich das Buch “Gifte im Alltag” vom Toxikologen Max Daunderer. Beides gibt es Bibliothek und muss noch nicht mal gekauft werden. Wir beachten sicher nicht alles, aber vieles und täglich wird es mehr.

Genügsam leben. Wir geben immer genau soviel Geld aus, wie wir haben und meinen immer, wir hätten zu wenig. Dabei brauchen wir diesen Überkonsum gar nicht. Wir kaufen Dekoartikel und Modeartikel, immer neue Technik und Aufbewahrungsboxen für den ganzen Krämpel. Jeder Festtag ist zu einem Geschenketag geworden und zu Geburtstagen verschenken wir witzige oder personalisierte Geschenke, nur um unsere Pflicht erfüllt zu haben. Im Gegenzug spricht aber jeder davon, er könne sich keine Biolebensmittel leisten oder für ärmere Menschen und gemeinnützige Projekte Geld spenden. In meinem Umfeld nagt keiner am Hungertuch. Stell dir mal vor, du packst Kisten und Koffer, um dir mit deinem Liebsten 5 Monate Auszeit in einem Tiny-House zu nehmen. Was würdest du alles einpacken und mitnehmen? Alles was du daheim lässt, brauchst du auch nicht. Schau dich mal um. Brauchst du den ganzen Krämpel um dich herum? Was würdest du alles weg geben, wenn du den Originalpreis jetzt zurück bekommen würdest? Wenn du dir diesen Gedanken mal bewusst werden lässt, wirst du demnächst sicher viel weniger kaufen.

Fairer Umgang beziehen wir zum einen auf fair gehandelte Nahrungsmittel aber auch darauf, keine Artikel zu kaufen, die unter unwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Ich kann mich nicht darüber freuen, wenn Kleidung spottbillig ist, ich aber gleichzeitig weiß, dass sie von 8-jährigen Mädchen genäht wurde, die den ganzen Tag giftige Dämpfe einatmen und keinerlei Freude in ihrer Kindheit und mit ihren Familien haben. Diese Bereiche betreffen nicht nur die Modebranche, Kakao und Kaffee. Wir werden täglich damit konfrontiert. Wir müssen uns der Geschehnisse auf der Welt aber auch bewusst annehmen. Es ist nichts ungeschehen, nur weil es weit weg ist. Wir können nichts lenken, oder alles, wenn wir mit jedem handeln wählen.

Langlebigkeit. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft und sind Meister im Verdrängen der Probleme, die sie mit sich bringt. Wann hast du das letzte Mal einen Gebrauchsgegenstand gepflegt, geflickt oder selbst repariert? Und warum ist das überhaupt aus der Mode gekommen? Zugegeben, viele Dinge kann man heute nicht mehr selbst reparieren aber warum diese Dinge dann immer wieder neu nachkaufen? Wer will und sucht, der findet sicher in jeder Kategorie der Gebrauchsartikel Produkte, die langlebig oder reparabel sind.

WENN WIR ALLE UNSER BESTES GEBEN,
DANN HABEN WIR EIN PARADIES AUF ERDEN.

NOCH EIN PAAR GEDANKEN ZUM HAUPTTHEMA UND ZUR ROHKOST
Der größten Teil meiner Nahrung besteht aus veganer Rohkost. Ich esse hauptsächlich Früchte und Gemüse, Wildgrün, frische Säfte, Nüsse, Ölsaaten, gute Öle. Ab und zu koche ich für die Familie, hauptsächlich Kartoffeln oder Hülsenfrüchte und backe Brot, mittlerweile aber eher als Beilage zu Salaten oder als gelegentliche Ergänzung.
Warum Roh und vegan? Weil mich jeder Weg der zu Krankheit führt, auch immer über mangelnde rohe pflanzliche Nahrung führt. Wenn man sich unsere Urkost, die hauptsächlich oder komplett roh und pflanzenbasiert ist, anschaut und dann die Ursachen der heutigen Krankheiten, sieht man den Zusammenhang ganz deutlich. Ich habe über die Jahre sämtliche Ernährungsformen ausprobiert und jede Menge Erfahrungen gemacht. Es gibt einfach nichts, was an Rohkost nicht großartig ist. Sie hat uns Millionen von Jahren genährt und tut es auch jetzt noch.

Natürlich kann der Mensch auch Tiere essen und Milch trinken. Der Mensch verträgt es vorerst auch. Es ist aber eher so etwas wie eine Notnahrung. Wir leben aber nicht in einer Zeit, wo es an Nahrung mangelt. Also sollten wir uns auch auf natürliche Nahrung, die natürlicherweise für den Menschen gedacht ist, konzentrieren und zwar so, wie es bestimmt ist ~ naturbelassen, unverarbeitet, roh und nicht tot gekocht.

Jetzt höre ich schon wieder einige sagen: “Der Mensch ist aber Fleischesser”, “Wir haben schon immer Fleisch gegessen”, “Ich brauche das aber”, “Mir schmeckt es doch so gut”, “Kind – trink deine Milch” … Wenn du das sagst, dann lies einfach nicht weiter. Ich will niemanden überreden, überzeugen und schon gar nicht verärgern. Trink deine Milch; iss aus Päckchen und Tüten und lass es dir schmecken. Ich möchte jeden inspirieren, der sich ernsthaft für seine Gesundheit interessiert oder bereits gesundheitsbewusst lebt. Ich möchte zeigen, dass es auch anders geht und anregen, sich selbst zu informieren.

NUR DU BIST FÜR DEINE GESUNDHEIT VERANTWORTLICH. NICHT DIE ANDEREN!
Nicht die Anderen! Nicht dein Arzt! Nicht der Staat oder die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)! Nein ~ DU allein bist für deine Gesundheit verantwortlich. Wenn es nach den Anderen geht, gibt es nämlich nur eine Ernährungsform und auch nur darüber wird informiert. Aber so ist es nicht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und du hast eine Wahl.

DIE NORMALITÄT, DIE WIR BEIM ESSEN BETRACHTEN, STELLT NUR EINE MÖGLICHKEIT DAR, SICH ZU ERNÄHREN.
Wir sind Erdlinge. Wir leben in unserer natürlichen Umgebung. Alles was wir brauchen finden wir hier vor. Es gibt nichts, was die Natur übersehen hat. Wenn wir uns aus der Natur ernähren dann haben wir keine Zivilisationskrankheiten. Uns wird nichts fehlen. Unsere Nahrungsmittel sind gleichzeitig unsere Heilmittel, denn unser Körper ist in den meisten Fällen selbst in der Lage, sich zu heilen. Der Mensch ist kein Mängelexemplar.

Ich schätze gute Nahrung, Superfoods, Heilnahrung, vegane Kost und vor allem basische Kost. Industriell stark verarbeitete sogenannte “Lebensmittel” gehören nicht mehr zu unserer Ernährung. Tiere ebenfalls nicht. Es gibt keinen Grund für den Menschen, andere Erdlinge zu essen. Alles, was in tierischen Produkten von Nutzen sein kann, bekommen wir auch aus pflanzlichen Quellen und umgehen damit gleichzeitig die negativen Eigenschaften tierischer Produkte, insbesondere die als Säurebildner.

Wie ich zur Rohkost gekommen bin?
Veganer, Rohköstler ~ einst Wörter, die weltfremd für mich waren. Wenn man nicht als Veganer geboren wird, klingt das alles so suspekt, dass man noch nicht einmal damit konfrontiert werden will. Aber für mich war es nur eine Frage der Zeit, bis ich genau da ankam:
Seit über 21 Jahren beschäftige ich mich nun intensiv mit Ernährung, Gesundheit und Krankheit. Und so haben sich mit der Zeit immer mehr Puzzleteile zusammengefügt. Jeder Fakt zur Gesundheit, bestätigte eine fleischlose, basische oder rohe Nahrung. Und jeder Fakt zur Entstehung und Begünstigung von Krankheiten fand seine Ursache in einer Fehlernährung, die mit unserer Urkost nichts mehr gemeinsam hat.

Vor ein paar Jahren beschäftigte ich mich zudem mehr und mehr mit Reisen ~ welche wunderschönen Orte und Natur unser Planet doch zu bieten hat. Hauptsächlich blätterte ich mich durch Blogs und Zeitschriften wie die “Outdoor” und begann zu planen, was wir noch alles vor uns haben. Und jedem Tag mit Reiseträumen und toller Bilder im Kopf ging ich raus und nahm auf einmal eine hässliche Welt wahr. Ich begann zu begreifen, wie wir unseren wunderschönen Planeten verkümmern lassen und all das schöne gar nicht wahr nehmen. Mir fielen auf einmal die gepflegten kurzen Rasen auf, nicht ein blühendes “Unkraut” darf darauf wachsen. Insekten und anderen Gartenbesuchern sowie “Unkräutern” wird mit Chemikalien der Kampf angesagt, die großzügig in Gärten benutzt werden. Um gänzlich Gartenarbeit zu vermeiden wird zunehmend komplett auf Wiese verzichtet. Eine dicke Schicht Unkrautflies und Kiesel und Steine werden großzügig verteilt. Wozu hat man dann noch einen Garten?

An einer Bahnstation bei uns daheim gab es noch eine wilde Wiese, ein seltenes kleines paradiesisches Stück mitten in der Stadt. Für Kräuter, Heilkräuter und vor allem für essbares Wildgrün hatte ich schon immer ein Auge und all das fand sich darin. Jedenfalls kam ich eines Morgens an die Bahnstation und das komplette Stück war zerstört. Ein Bagger stand noch in der Nähe. Alles war platt gewalzt. Mir kamen fast die Tränen. Wie gern hätte ich noch was Rotklee, Kamille, Sauerampfer, Wegeriche usw. gerettet.
Ich dachte erst, jetzt würde das Stück bebaut werden aber bis heute, viele Jahre später, ist da nichts passiert. Immer mal wird dort umgegraben und jährlich werden Tannebäumchen für Weihnachten gepflanzt. Ganz ehrlich, die kann man auch auf Wildwiesen anpflanzen. So würde der Boden schön feucht und nährstoffreich gehalten und müsste nicht versteppen.

Auch auf dem Weg durch die Stadt fielen mir die versteppten Streifen “Grünfläche” auf. Zwischen Bordsteinen und Grenzsteinen, vertrockneter karger Boden, darauf ein paar verkümmerte Büsche ohne Chance auf gesundes Wachstum, denn wo sollen auch die Nährstoffe im Boden herkommen. Böden ohne Leben, übersät mit Zigarettenstummel, To-go-Bechern und jeder Menge Müll. Dabei könnte der Boden dazwischen so schön bewachsen und gesund sein, wenn man ihn einfach natürlich sein lassen würde. Jedenfalls kam mit diesen Gedanken ein völlig neues Umweltbewusstsein. Ich beschäftigte mich mit Umweltschutz, mit dem in großen und in kleinem Stil und stieß dabei auch auf den Beitrag, den man als Veganer leistet. Immerhin werden Luft, Böden und Gewässer durch die Nutztierhaltung massiv verpestet.
Ackerland und Regenwald wird zerstört für Futtermittelanbau. Ich konnte gar nicht fassen, wie schlimm die Situation ist. Für mich war ein sehr überzeugender Beitrag u.a. “der dumme Vegetarier” http://www.youtube.com/watch?v=skkk7s16ZLY

Jedenfalls musste ich nicht lange überlegen, Fleisch mochte ich nie wirklich gern. Ich habe es aus Gewohnheit gegessen und weil es in der Ernährungspyramide ein Kästchen ausmachte. Aber ich war immer mäkelig wenn es um Fleisch ging. Zig Vegetarier und Veganer machen es vor, darunter auch Ärzte, Hochleistungssportler, Weltmeister im Gewichtheben, Olympiateilnehmer und -sieger… Noch ein zwei Nächte darüber gegrübelt und ich konnte gedanklich nicht mehr zurück. Plötzlich sah ich alles so klar. Es ergab alles einen Sinn. In meinen Kopf hatte sich ein Schalter umgelegt und ich wusste, es würde sich einiges ändern. Ich würde vegan werden. Mein Mann blieb wie immer ganz entspannt und lies mich erstmal machen.

Nach einer holprigen Startphase wurde die Umstellung immer leichter. Ersatzprodukte gingen innerhalb eines halben Jahres an mir vorbei. Ich habe viel getestet aber das meiste für genauso ungesund erachtet, wie alle unveganen Fertigprodukte auch. Ich habe einfach neu kochen gelernt. Am meisten geholfen hat mir der damalige Blog von Erbse (blog.pseudoerbse.de) und später die Bücher von Attila Hildmann. Schaut mal danach und überzeugt euch selbst. Einiges mache ich heut noch gern. Seine Kochbücher sind immernoch meine Lieblingsbücher wenn ich mal was kochen muss und vieles lässt sich auch in einer rohen Variante abwandeln. Die neue Küche machte einfach Spaß. Und mit der Zeit wurde aus dem bewusst gesund veganen Gedanken ein Neuer, nämlich ein Rohköstlicher. Und ab da habe ich nichts mehr kritisch gesehen oder hinterfragen müssen. Alles ergab einen  Sinn, alles führte zusammen und es war so selbstverständlich. Wie konnte ich es jemals anders sehen? Warum hatte ich das Thema nie in Diese Richtung hinterfragt? Die Antwort ist einfach: Weil ich nicht als Veganer oder Rohköstler auf die Welt kam.

Heute esse ich Hunderte von Lebensmitteln die ich früher nie oder selten gekauft habe ~ von wegen einseitig. Ich habe ein Nahrungsmittelangebot in Übermaß und das obwohl ich 90 % der Regale im Supermarkt unbeachtet lasse.

Nach 19 Jahren
Seitdem ich begonnen habe, mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und Krankheit zu beschäftigen, sind nun mehr als 21 Jahre vergangen. Seitdem habe ich hunderte Schulungen, Seminare, Vorträge und Kurse besucht, habe Studien und Fachbücher gewälzt, mich mit vielen Gleichgesinnten vernetzt, neue Freundschaften geknüpft und mein Weg ist noch nicht zu Ende.

IMG_3393ICH BIN GESPANNT, WO MICH DIE REISE NOCH HINFÜHRT.

Mittlerweile hat sich auch der Nachhaltigkeitsgedanke stark erweitert und als Kreis geschlossen. Wir sehen alles mit anderen Augen. Unsere Wertevorstellungen haben sich verändert. Immer wieder sagt man mir – “du kannst nicht die Welt allein retten” Ich will aber, also leiste ich auch meinen Beitrag dazu. Wir alle wollen im Grunde das Gleiche ~

gesund leben,
schadstofffreie Kleidung,
schadstofffrei wohnen.
keine Pestizide im Essen,
keine von Kinderhand genähte Kleidung und auch nicht, dass für unsere Kleidung schon die Kleinsten knöcheltief in Chemikalien stehen mussten.

Auch wenn sich nur Wenige für die Fakten interessiert, so wollen wir im Grund alle das gleiche. Wir tun aber nicht sonderlich viel dafür und vertrauen einfach auf die Sicherheit durch gesetzliche Regelungen. Wir denken, wir wären durch die EU genügend geschützt, aber so ist es nicht. Es gibt zwar Listen die Schadstoffe und Höchstgrenzen festlegen aber das ist zu wenig. Tausende Stoffe werden nicht in diese Listen aufgenommen oder wir sind ihnen anderweitig ungeschützt ausgesetzt.

Blei, lt. Gesetz in Nahrungsverpackungen verboten, in sämtlichen anderen Haushaltsgegenständen jedoch zu finden. Zum Beispiel in der Dekofolie vom Supermarkt mit dem 50-fach erhöten zulässigen Wert. (siehe Öko Test 03/2014 S. 18)

Glyphosat (verantwortlich u.a. für Unfruchtbarkeit) zu finden in 19 von 20 getestenen Brötchen und auch in der Muttermilch.

BPA (Biosphenol A, ein krebserregender Weichmacher in Plastik, der sich schon bei leichter Wärme löst) ist in Babyfläschchen verboten. Allerdings nur dort und nicht in sämtlichen anderen Plastikgegenständen.

Aluminium wird in jedem Brusttumorgewebe gefunden. Die Krebsgesellschaften fordern seit Jahren ein Verbot dessen in Deos und trotzdem ist es in jedem herkömmlichen Deo enthalten. Ich könnte den ganzen Tag solche Beispiele aufzählen.

Wir wissen um die heutigen schlimmen Zustände in der Nahrungsmittelherstellung, der konventionellen Landwirtschaft, der Tierhaltung oder besser gesagt – Tierausbeutung und wir wissen auch von der Verachtung der Menschenrechte (u.a. Völkermord für Palmöl, das in 95% aller Lebensmittel und Pflegeartikel enthalten ist), dass unsere Billigkleidung auf den Rücken der Ärmsten ausgetragen wird, dass Mensch unter schlimmsten gesundheitlichen Bedingungen arbeiten und leider auch auf diese Arbeit angewiesen sind. Natürlich können wir nicht beeinflussen, ob sich die Regierung der entsprechenden Länder durch Richtlinine angemessen um die Bevölkerung kümmert. Aber wir können durch unser Kaufverhalten einen entsprechenden Beitrag leisten. Das muss nicht immer teuer sein. Schaut man sich die Firmen mal an, die z.B. in der Fear Wear Foundation gelistet sind, entdeckt man schnell, dass z.B. der Modekonzern “Takko” ebenfalls unter Einhaltung besserer Richtlinien produziert. Und Takko hat die selben Preise wie Primark, H&M, C&A und Co. Es muss also nicht immer die teure Ökovariante sein. Wie gesagt, wir müssen es halt auch wollen.

Palmöl, für das nicht nur Regenwald zerstört wird sondern auch an den Urvölkern Landraub und sogar Mord begangen wird, sollte man, wo es möglich ist, umgehen. Es ist schwer, an Palmöl vorbei zu kommen aber auf viele Produkte kann man wirklich verzichten. Du sagst dir jetzt vielleicht “aber der Schokoriegel schmeckt doch so gut” ~

Echt jetzt?

Würdest du dem Kind, dessen Papa erschossen wurde, weil er sein Dorf nicht kampflos aufgeben wollte, gegenüberstehen und ihm sagen:

“Aber es schmeckt doch so gut”?

Das ist kein erfundenes Beispiel. Google mal die Palmölproblematik und du wirst schnell feststellen, das ist Realität. Wenn auf der Verpackung von planzlichen Ölen/Fetten die Rede ist, dann kannst du dir sicher sein, dass da Palmöl drin ist. Nur Firmen, die Wert darauf legen, dass sie eben kein Palmöl verwenden, schreiben auch drauf, dass sie Sonnenblumenöl, Rapsöl usw. verwenden.

Wir wollen es jedenfalls so und wir können das so! Deshalb beachten wir alles was möglich ist bei unserem Einkauf. Nahrung wird fast ausschließlich in Bioqualität gekauft und gern bei Kleinerzeugern. Bei Pflegeartikeln kaufen wir Naturkosmetik oder Produkte, die keine bedenklichen Inhaltsstoffe enthalten.

WAS ICH NICHT ESSEN KANN, SCHMIERE ICH MIR AUCH NICHT INS GESICHT.

Kleidung kaufen wir schon Jahre lang nur noch von ausgewählten Marken oder Second Hand und bei Haushaltsgegenständen achten wir ebenfalls auf alles, was möglich ist, um Gesundheit und Umwelt zu schützen. So gehört auch dazu, dass gerade bei Gegenständen aus Holz nachvollziehbar ist, woher das Holz stammt oder bei Plastikartikeln 3 mal überlegt wird, ob es auch sinnvoll ist, diesen Artikel in der Plastikvariante zu kaufen, da Plastik nicht verrottet.

Eine Plastikeinkaufstüte z.B. ist das sinnloseste und der Natur gegenüber restpektloseste überhaupt. Plastik zu verwenden für einen Artikel den ich in der Regel nur 15 Minuten brauche ~ was ist denn aus dem guten alten Baumwollbeutel geworden?

Jeder kann als Einzelner genug tun. Jeder leistet seinen Beitrag durch sein Kaufverhalten. Entweder in die eine Richtung oder in die Andere. Denn kaufen tun wir alle.

WENN WIR ALLE UNSER BESTES GEBEN, DANN HABEN WIR EIN PARADIES AUF ERDEN.

 IMG_4666