So achten Rochköstler auf die Salzzufuhr

Salz bei Rohköstlern

Als ich mit der Rohkost begann, habe ich kaum noch gesalzen. Ich freute mich über diese Natürlichkeit, denn in der Natur salzen wir ja auch nicht. So war mein Gedanke, aber die Rechnung kam schon bald. Ich hatte zwar vor der Umstellung ständig Magen- und Bauchschmerzen, die auf einmal weg waren, aber ich merkte dafür genau, welche Nahrungsmittel mir scheinbar nicht gut bekamen. Ich hatte das Gefühl, dass mir einiges schwer im Magen lag, was ich vor der Umstellung gut vertragen hatte. Ganz extrem merkte ich es bei Nüssen und einigen Sprossenarten. Ich dachte sogar, dass ich keine Nüsse vertragen würde und es mir vorher mit den ständigen Magenproblemen nur nie aufgefallen war. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis ich auf den Zusammenhang mit dem Salz stieß.

Gerade gesundheitsbewusste Menschen möchten es besonders richtig machen und salzen kaum bis gar nicht. Wir wollen Nahrung so naturbelassen wie möglich und überall bekommen wir gesagt, dass Salz nicht gut für uns ist. Doch wann und warum wir salzen sollten, darüber spricht kaum Jemand. Salz ist nicht nur ein Gewürz, sondern lebenswichtiges Element. Ich möchte heute den Zusammenhang erklären und zeigen, dass es sogar natürlich ist, zu salzen. Denn Salzmangel ist genauso gefährlich, wie zu viel Salz. In beiden Fällen werden Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall begünstigt.

Wenn ich ein paar Tage kein Salz verwende, trinke ich morgens ein Glas warmes Salzwasser. Vor allem an Tagen, an denen ich Nüsse und andere eiweißlastige Nahrung esse. Wenn du auch kaum Salz verwendest, dann solltest du dir diesen einfachen Trick merken.

SALZ – WICHTIG FÜR DIE MAGENSÄURE
Zur Verdauung von Eiweiss benötigt der Magen Salz. Ohne Salz kann nicht genug Magensäure gebildet werden und ohne Magensäure kann Nahrung nicht richtig verdaut werden. Sie liegt dann lange im Magen und verursacht Verdauungsbeschwerden. Die Magensäure hat zur Verdauung einem pH-Wert von 1,2 bis 3. Im nüchternen Zustand ist die Konzentration weniger sauer. Zur Verdauung von Obst und Gemüse wird keine besonders saure Konzentration benötigt. Kommt aber mehr Eiweiß hinzu, ist das saure Millieu unbedingt erforderlich.

Wer sich rohköstlich ernährt, nimmt in der Regel kein Salz automatisch auf. Das ist unsere natürliche Ernährung und kein Nachteil. In der Natur essen wir auch nur, was da wächst und salzen nicht. Wer sich konventionell ernährt, nimmt in der Regel zu viel Salz zu sich. Die meisten Nahrungsmittel schmecken ohne Salz nicht (iss mal Fleisch, Nudeln, Brot usw. ohne Salz). Und den ganzen Convenience-Food ist zur Konservierung haufenweise Salz zugefügt, was dem Körper nicht gut tut.
Trotzdem achtet jede Spezies in der Natur auf eine gewisse Salzzufuhr, Wildtiere wie auch Naturvölker, und das ganz instinktiv. Wir Rohköstler oder Vollwertköstler sollten auf eine geringe Zufuhr achten. 1/4 bis max. 1/2 Tl am Tag ist ausreichend. (1/2 Tl entspricht etwa 5 g, was nur für eine eiweißbasierte Ernährung nötig wäre). Wer seinen Salat täglich mit etwas Salz bestreut und Dips oder Dressings mit Salz anreichert sowie Mineralwasser trinkt, ist gut mit Salz versorgt.

Salz in der Rohkost
WARUM ICH SALZWASSER TRINKE
Leider vertragen sich rohe Nüsse aber auch einige andere Nahrungsmittel nicht gut mit Salz. (Geröstete Nüsse und Salz verursachen meist keine Probleme). In der ausgewogenen Rohkost kommen Nüsse, Kerne und Ölsaaten sowie Hülsenfrüchte und Sprossen jedoch regelmäßig vor. Wie soll ich also Salz hinzugeben, wenn sich beides zusammen nicht gut verträgt?
Der Trick ist nicht, eiweisshaltigen Speisen Salz hinzuzufügen, sondern immer für einen Salzvorrat im Körper zu sorgen. Die Nieren speichern Salz und geben es bei Bedarf im Körper ab. Wenn du ein paar Tage nicht oder kaum gesalzen hast, kannst du Salzwasser trinken, um den Haushalt in den Nieren aufzufüllen. Gelangt dann Eiweiß in den Magen, wird in den Nieren gespeichertes Salz für die Magensäureproduktion abgegeben.
Wenn ich mehrere Tage nicht oder kaum salze, dann trinke ich morgens auf nüchternen Magen ein Glas lauwarmes Salzwasser für den Speicher. Nach einiger Zeit leer der sich wieder. Nur 1 bis 3 Tage reicht so ein Vorrat, mehr speichern die Nieren nicht.

DIE MISCHUNG
Für die Mischung verwendest du 200 ml lauwarmes Wasser und gibst 1/4 Tl Salz dazu. In dieser Konzentration schmeckt es auch nicht eklig sondern eher gut. Ich habe mich von Anfang an an den Geschmack gewöhnt und merke, wie mein Körper regelrecht nach dieser Mischung giert und das ganze Glas mit einmal leert.

Zu wenig Salz führt in der Regel zu niedrigen Blutdruck. Du kannst einfach den Test machen und dich für ein paar Sekunden hin hocken. Stehe dann schnell auf. Wird dir kurz schwindelig, kann es sein, dass dein Blutdruck im Keller ist.
Zu niedriger Blutdruck muss allerdings nicht zwingend mit zu wenig Salz zusammen hängen.

SALZEN IN DER NATUR? – WILDTIERE UND NATURVÖLKER
Viele Menschen denken, dass wir in der Natur nicht salzen. Das war auch meine frühere Ansicht. Aber so ist es nicht. Naturvölker und Wildtiere decken ihren Salzbedarf auf verschiedene Weise. Nur wird es heute immer schwerer, für Tiere und uns Menschen, zumindest für die Menschen, die sich natürlich ernähren. Denn während früher noch überall natriumreiche Wildkräuterwiesen waren, ist heute durch Monokultur und Nutzpflanzen kaum noch Natrium aus der Natur zu bekommen. Für Waldtiere werden deshalb vom Forstamt Salzlecksteine an Bäumen angebracht, an denen Tiere das durch Regen abgespülte Salz von den Bäumen oder vom Grund lecken. Einige Tiere graben selbst nach Salzsteinen und wissen genau, an welchen Stellen sie nach mineralhaltigen Wässern graben können. Es gibt Tiere, die in Höhlen mineralhaltiges Wasser von den Felswänden lecken. Mücken, Fliegen usw. trinken z.B. die Tränenflüssigkeit von Weidetieren und Schmetterlinge saugen die konzentrierte Mineralienflüssigkeit aus verdorrtem Obst.
Naturvölker wissen sich ebenfalls zu helfen. Fleisch essende Völker decken ihren Bedarf darüber und verwerten neben Fleisch auch Knochen und Blut, welche an Mineralien gebundene Salze enthalten. Pflanzen essende Völker benötigen hingegen kaum Salz. Es gibt z.B. ein Volk, welches gerade mal 0,1 g Salz täglich aufnimmt, aber deren Grundnahrungsmittel ist auch eine Art Süßkartoffel und die restliche Kost besteht aus Gemüsen, Obst und selten Insekten und ist deshalb extrem eiweißarm. Sie scheinen ihren Bedarf damit ausreichend zu decken. In der Regel bietet die natürliche Umgebung den an die gegebenen Nahrungsbedinungen angepassten Salzbedarf und andersherum werden nahrungsunfreundliche Gebiete auch nicht besiedelt.
Wir mit unseren angebauten Nutzpflanzen hingegen nehmen kaum Salz auf natürliche Weise auf. Salzen ist für uns deshalb wichtig.

Der Normalköstler braucht sich ums Nachsalzen eher keine Gedanken zu machen. Hier heißt es meist, weniger salzen wäre angebracht (max. 5 g / Tag, Kleinkinder, die nicht mehr gestillt werden max. 2 g) und auf ein natürliches Salz achten.

Salz bei Rohköstlern

Welches Salz du verwenden kannst und wofür wir es brauchen, gibt es im nächsten Artikel.
Hinterlasst mir gern Fragen, Anregungen und eure Gedanken in den Kommentaren oder auf Facebook. Ich freu mich drauf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *