Rapunzelsalat ~ einer meiner liebsten Frühstückssalate

© Janine Winterkind
Salat zum Frühstück? Genau, und das aus gutem Grund. Seitdem ich den Gemüseanteil in meiner Rohkosternährung erhöhen wollte, habe ich mir angewöhnt, schon zum Frühstück Gemüse zu verputzen. Denn im Allgemeinen habe ich immer mehr Obst als Gemüse gegessen. Und umso mehr Obst ich zu mir nahm, umso schneller kam ein Hungergefühl zurück. Manchmal hatte ich schon nach zwei bis drei Stunden wieder Appetit, was mit dem Fruchtzuckergehalt und der Insulinausschüttung zu tun hat. Also habe ich begonnen, bewusst eher zu Gemüse statt zu Obst zu greifen. 

Natürlich mag ich weiterhin Getreidebreie mit Obst oder Smoothies. Sie sind eine Möglichkeit für ein gutes Frühstück und diese neue Gewohnheit bringt mir mehr Abwechslung. Jede gesunde Alternative sehe ich als Bereicherung und lässt mich weniger zum Ungesunden greifen.

Was das Hungergefühl betrifft, hat mich der Frühstückssalat besonders überrascht. Von allen Frühstücksmahlzeiten, die ich bisher gewohnt war, von Brot über Getreidebreie bis zu Smoothies und Obstmahlzeiten hält mich eine große Portion Frühstückssalat erstaunlicherweise am längsten satt. Früher dachte ich, Salat wäre nach einer halben Stunden aus dem Magen raus und schwups – Hunger. Von wegen. Verwende ich milde Blattsalate wie Spinat, Rapunzel oder Endivien, dann habe ich nach ca. 5 Stunden wieder Appetit. Verwende ich jedoch auch Kohlsorten wie Grünkohl oder Wirsing, dann habe ich sogar erst am Nachmittag wieder Appetit. Das finde ich schon erstaunlich und zeigt mir, dass nicht ein leerer Magen das Hungergefühl bestimmt, sondern ein Defizit an Nährstoffen oder Energie. Die nötige Energie liefern in dem Fall alle weiteren Zutaten, zum Beispiel Fette und Eiweiße aus Samen, Kernen, Ölen oder auch geballte Kohlenhydrate aus getrockneten Früchten.

© Janine Winterkind
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Durch den Frühstückssalat konnte ich vor allem den Anteil an Blattgrün erhöhen, denn jetzt esse ich teilweise zwei oder sogar drei mal am Tag Blattgrün zu den Mahlzeiten. Das gefällt mir besonders gut. Denn gerade das Chlorophyll der Pflanzen empfinde ich besonders wichtig für die allgemeine Gesunderhaltung.

Oft sehen wir in Blattsalaten nur eine kalorienarme Mahlzeit. Dabei ist Blattgrün die wertvollste Nahrung auf unserem Planeten. Ohne Blattgrün gäbe es kaum Leben. Alle Nährstoffe der Pflanzen sind in den grünen Teilen gespeichert. Sie dienen nicht nur der Pflanze zum Wachstum, zur Vermehrung, zum Schutz vor Krankheiten, vor Sonnenbrand und vor Fressfeinden sondern wir benötigen die gleichen Nährstoffe zum Wachstum, zur Zellbildung, für alle Körperfunktionen, als Schutz vor Sonnenbrand und vielem mehr. Sie sind Nährstofflieferant und vorbeugende Medizin zugleich.

Keine Mahlzeit ohne Grün! Ob Wildgrün oder kultivierte Blattsalate, an jeder Mahlzeit eine Hand voll versorgt uns optimal und ausreichend mit allen wichtigen Vitalstoffen. Hand aufs Herz, hast du heute schon Blattgrün gegessen?

Kleiner Tipp noch von mir:
Wenn du grüne Blätter nicht im eigenen Garten pflückst, sondern einkaufst und noch eine Weile liegen lässt, dann wasche die Blätter sofort nach dem Einkauf und nicht erst, wenn du den Salat essen magst. Wenn du die Blätter dann nach zwei bis drei Tagen isst, wäschst du sie nicht noch einmal. So haben sich schon wieder Mikroorganismen darauf gebildet, die deinen Vitamin B12 Haushalt begünstigen. (Mikroorganismen sind die einzigen Lebewesen, die das für Mensch und Tier lebenswichtige Vitamin B12 bilden).© Janine Winterkind
Frühstückssalat:
Damit der Salat auch zum Frühstück passt und nicht an einen Vorspeisensalat erinnert, mische ich besonders milde Blätter (wie z.B. von Spinat, Rapunzel oder Endivien) und Obst. Gerne auch mit Trockenfrüchten. Rapunzel mag ich zum Frühstück am Liebsten.
Einen Frühstückssalat der letzten Tage möchte ich gern vorstellen. Ich habe zarten Rapunzel mit cremiger Avocado und krackigen süßen Granatapfelkernen kombiniert. Dazu die zarten und doch sehr würzigen Blättchen der Kresse und ein mildes Dressing, welches zum Frühstück passt.

Der Salat:
2 bis 3 Hand voll Rapunzel, (ich esse die Wurzeln mit aber zerpflücke die Pflänzchen)
1/2 Avocado in Würfel geschnitten
Kerne von 1/2 Granatapfel, (Lieblingsshirt ausziehen, Granatapfel halbieren, eine Hälfte mit der Öffnung nach unten zeigend umstülpen und die Kerne fallen fast von allein raus, kann aber noch Spritzer geben)
Saft von 1/2 Zitrone
1 TL frisch geschnittene Kresse
Alle Zutaten hübsch anrichten, mit Zitrone beträufeln und mit Kresse bestreuen.

Das Dressing:
Du brauchst einen Mixer oder Pürierstab.
1/2 gelbe Bete, alternativ Möhre, Kürbis oder Süßkartoffel, in Stücke geschnitten ca. 1 kleine Tasse voll
1/4 Zwiebel
1/2 Wurzel Kurkuma oder 1 TL Kurkumapulver
2 EL Tahin, (Sesammus, für die Extra Portion bestens verwertbares Calcium)
1 TL Dijonsenf (ist nicht roh, wenn gekauft)
1 TL Apfelessig
Wer mag, 1 TL Agavendicksaft
Etwas Wasser oder Hafermilch zum Auffüllen (je nach Bedürfnissen deines Mixers)

Alle Zutaten kurz mixen, anrichten und mit Kresse bestreuen. Das Dressing über den Salat geben und gut in den Tag starten.
© Janine Winterkind

One Comment on “Rapunzelsalat ~ einer meiner liebsten Frühstückssalate

  1. Vielen Dank für diese schöne FrühstücksInspiration. Ich habe diesen Beitrag vor 2 Tagen gelesen und bin gleich los um mir die fehlenden Zutaten für diesen spannenden Salat zu besorgen. Gestern Morgen war es so weit. Mir macht es immer einen heiden Spaß neue Dinge auszuprobieren. Das Dressing ist sehr köstlich geworden. Ich hatte mich für die Mörchen Variante entschieden.
    Gespannt wie ein Flitzebogen brobierte ich meinen Anwärter für einen neuen Lieblingssalat. Was soll ich sagen, ich vermute das der Granat Apfel einfach schön zu viel Säure mit gebracht hat. Deswegen der ganze Salat leider zu einem Fiasko wurde, zusätzlich der Zitronensaft. Auch der anschließende Agave Dicksaft könnte es nicht retten. Schade!

    Als kleiner Tipp, achtet darauf das der Granat Apfel richtig schön reif ist.

    Beste Grüße

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