Bio

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich Bio kaufe. Das ist doch viel zu teuer und mehr Vitamine sind da auch nicht drin. Für Einige bedeuted Bio sogar gleich Biomüll. Aber mache ich denn was falsch, wenn ich ohne Bio auf gesunde Ernährung achte?

“ONE APPLE A DAY” ~
heißt es so schön, macht beim konventionell angebauten Apfel jeden Tag ein bisschen Krebs, Immunschaden, Hautprobleme, Fortpflanzungsbeeinträchtigung, …
Anders gesagt, in fast jedem konventionell angebauten Apfel werden Chlorpyrifos, Captan, Iprodion (krebserzeugend Stufe 3), Vinclozolin gefunden, die die genannten Schäden und mehr verursachen. (Und der Apfel ist nur ein Beispiel von Tausenden.)

JETZT SAGEN SICHER EINIGE: “ABER DANN MÜSSTEN WIR JA ALLE KREBS HABEN”.
Geschwüre brauchen 10 Jahre und mehr um zu wachsen. Tut man ab und zu das richtige (isst man ab und zu das richtige) kann man das Wachstum verlangsamen, stoppen oder sogar rückgängig machen. Es dauert auf jeden Fall einige Zeit, bis man erkennt, was man da schon lange Zeit in seinem Körper nährt. Im besten Fall lebt man damit, ohne es je zu merken.
Ich hoffe jedoch nicht auf den besten Fall. Ich bin Mutter und Ehefrau und liebe meim Leben. Ich möchte fit und gesund bis ins Alter für meine Familie da sein und mein Leben genießen. Deshalb vertraue ich auf Bio-Qualität, denn da weiß ich, dass alles, was ich nicht im Essen haben möchte, in der Regel auch nicht drin sein kann.

Bei pflanzlicher Nahrung stammen die Lebensmittel aus ökologisch kontrolliertem Anbau und sind

OHNE
PESTIZIDE
HERBIZIDE
FUNGIZIDE
UND CHEMISCH HERGESTELLTE DÜNGEMITTEL ODER ABWASSERSCHLAMM,
denn das essen wir alles mit.

Außerdem dürfen biologisch angebaute Pflanzen nicht gentechnisch verändert sein. Das ist zumindest der Mindeststandard, der durch die EU festgelegt wurde und durch das EU-Bio-Siegel auf der Verpackung erkennbar ist. Ältere Bioverbände, wie Demeter, Bioland, Naturland haben einen noch höheren Standard, als EU-Bio. Während die EU-Bioverordnung noch relativ jung ist, folgen die alten Verbände dem Pioniergedanken schon lange. Wer mehr will, achtet auch auf deren Siegel auf der Verpackung.
Was mir bei Demeter, Naturland und Bioland so gut gefällt: das gesamte Produkt muss aus ökologischen Anbau stammen und nicht nur prozentual anteilig. Und es gibt noch viele alte robuste Gemüse- Obstsorten. Das tolle daran ist, dass diese nicht oder kaum durch Kreuzungen verändert sind. Dabei werden nämlich die Früchte gern so gekreuzt, dass ihre Bitterstoffe rausgezüchtet werden und die Früchte zuckerreicher und süßer werden. Heute ist es normal, dass es kaum noch bitteres Gemüse gibt und die Früchte 30 % mehr Zucker enthalten. Es sind aber gerade die Bitterstoffe, die viele Krankheiten und Parasiten ausmerzen und uns gesund erhalten. Im Bioladen findet man auch noch tolle seltene Sorten, wie diesen tollen Brokkolie z.B. oder dieses rote Basilikum und das Thaibasilikum, einfach wunderschön..

Tierische Produkte kommen für mich zwar nicht mehr in Frage, aber ich möchte die Kriterien trotzdem nennen. Tierprodukte aus biologischer Zucht müssen

OHNE
ANTIBIOTIKA
WACHSTUMSHORMONE
UND MINDERWERTIGES MASTFUTTER AUS KÖRNERN, SOJA UND TIERMEHL auskommen.

Beim EU-Bio-Standard sind Antibiotika und Hormone nicht gänzlich untersagt aber sehr eingeschränkt. Die alten Bioverbände haben da auch nochmal viel strengere Regeln und beachten auch eine artgerechtere Haltung. Es darf kein gentechnisch verändertes Futtermittel verfüttert werden.

FERTIGERZEUGNISSE IN BIOQUALITÄT
Wer im Reformhaus oder im Bioladen einkauft, bekommt auch bei hergestellten Lebensmitteln eine Mischung aus den Lebensmitteln selbst, ohne künstliche Zusatzstoffe und so wenig wie möglich industriell verarbeitet. Im Prinzip so, als hätte man das Produkt daheim aus guten Zutaten selbst gemacht. Da kann man auch mal ruhigeren Gewissens ein Fertigprodukt wie Brot, Nudeln oder Brotaufstriche kaufen.

Bio-Lebensmittel bekommt man in Reformhäusern und Bioläden aber neuerdings auch in den Supermarktketten. Ich selbst kaufe aber am liebsten in Reformhäusern und kleinen Biomärkten, denn diese versorgen uns schon Jahre lang mit Lebensmitteln bester Qualität, während die großen Supermarktketten keinen Meter Regal für die Naturkostbewegung übrig hatten. Erst seit die Naturkostbewegung keine Randgruppe mehr darstellt, finden wir ein paar einzelne Biomarken im Supermarkt. Einerseits ist das besser als konventionelle Lebensmittel, andererseits finde ich es schade, dass diese Ketten eben keine oder kaum vorhandene Marken aufnehmen und unterstützen. Es wurden schlicht und einfach eigene Biomarken erfunden, die gerade so den Mindeststandard an Bioqualität erfüllen, nur um nichts vom Kuchen abgeben zu müssen. Jetzt, wo die Nachfrage immer größer wird und die Reformhäuser die ganze Aufklärungsarbeit mühsam und mit viel Liebe über Jahre geleistet haben, sichern sich die großen Ketten den Marktanteil. Ich schätze aber gerade die gute Kundenbindung der Reformhäuser und deren Engagement sowie den verantwortungsvollen Gedanken und Umgang mit Nahrung, Mensch, Tier und Natur der großen Biomarken. Und gerade die Transparenz vieler Marken macht den Mehrwert auch ersichtlich. Ich liebe z.B. die Firmenphilosophie von Rapunzel oder Voekel oder Sonnentor. Das Hand-in-Hand Programm von Rapunzel spiegelt wirklich einen achtsamen Umgang mit Arbeitern und Ressourcen wieder oder wenn ich nur die Gewürze und Kräuter von Sonnentor im Regal sehe, kann ich förmlich die Salbei-Anbaugebiete in den Bergdörfern sehen und wie die Kleinbauern alles ernten, da würde ich auch selbst gern pflücken und trocknen. Ich liebe jedenfalls Einkäufe im Reformhaus und Biomarkt und freue mich daheim jedes Mal, meine Schätze aus den Taschen auszupacken.

Möchtest du wissen, wie in der Bio-Landwirtschaft gespricht wird? Dann schau mal hier rein..

Bio ohne Pestizide 2