Kleine Sauerkrautkur für ein bewusstes Essverhalten, gesundes Hungergefühl, Kraft und Energie

roher Sauerkrautsaft v

Hier ist nun der Artikel zu meiner Sauerkrautkur. Ich hatte ja die letzten Tage schon etwas in Facebook darüber berichtet.

Das tägliche Frühstück ersetzte ich durch frisch abgegossenen Sauerkrautsaft und das Mittagessen durch rohes Sauerkraut. Warum ich gerade Sauerkraut wählte, erfährst du weiter unten. Für alle, die noch nicht gelesen hatten, warum ich diese Kur gemacht habe:
Nach Ostern habe ich eine Woche gefastet und bin bisher nach jeder Fastenkur wieder gut in den Essrhythmus rein gekommen, nur diesmal nicht. Mein Hungergefühl machte was es wollte. Als Grund vermute ich Stress, denn die Woche nach dem Fasten war etwas chaotisch. Ich konnte mich nicht bewusst genug auf die Aufbautage (Tage nach dem Fasten) konzentrieren. So habe ich nach dem Fasten eine Woche lang unkontrolliert durcheinander und unregelmäßig gegessen. Das ist nicht o.k. Auch nicht, wenn das Durcheinander aus gesunden Lebensmitteln besteht.
Die Auswirkungen auf meine Verdauung konnte ich direkt spüren. Richtig bewusst wurde es mir aber nochmal, als mein Mann mich fragte: “Was ist los – Du siehst heute so traurig aus.” Und ich antwortete “Ich merke es auch, bin heute irgendwie unglücklich.”
Mein Darmgefühl hatte sich auf meine Psyche gelegt, ich habe mich gefühlt wie mein Darm und wenn ich mich zurück erinnere, war es fast das selbe Gefühl, wie vor meiner bewussten Nahrungsumstellung tagtäglich. Als ich noch viel Kochkost mit einem geringen Anteil an Frischem gegessen hatte, war meine Verdauung immer beschäftigt weil sich tot gekochter Nahrungsbrei tagelang durch das Verdauungssystem schob. Dieses Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr erfahren und wollte ich auch nicht mehr. Um schnellstmöglich zum bewussten Essen zurück zu finden, entschied ich mich, spontan eine kleine Kur anzuhängen, da ich die Aufbautage ganz offensichtlich vermasselt hatte.

Eine Sauerkrautkur habe ich schon öfters zur Darmsanierung angewendet. Sie entlastet das gesamte Verdauungssystem und unterstützt die Darmflora mit ihren natürlichen Milchsäurebakterien. Ich liebe Sauerkraut und da ich eh noch einen großen eingelegten Kohl übrig hatte, fand ich die Kur erst recht passend. Meine Ziele waren gesteckt: normaler Essrhythmus und gesundes Hungergefühl zurück finden. Es konnte sofort los gehen.

So sah mein Tagesplan aus
6.00 Aufstehen und Bad
6.30 1 Glas lauwarmes Wasser schluckweise trinken, um den Kreislauf aufzuwecken
6.50 1 Glas Sauerkrautsaft
7.00 1 Portion Apfelscheiben
8.00 Leichtes Yoga oder Meditation, außer an den 3 Tagen, wo ich gearbeitet habe
12.00 Mittag – Sauerkrautsalat (manchmal habe ich noch ein Stück Gurke , Möhre oder Apfel dazu geraspelt)
14.00 Mittagsruhe oder Spaziergang, beides im Freien
16.00 Leichtes Yoga oder laufen an den 3 Arbeitstagen
17.30 Leichte Mahlzeit mit Eiweissanteil. Ich hatte oft Salate oder leicht erwärmtes mariniertes Gemüse angereichert mit einer Portion Sprossen, Nüsse, Kerne oder Samen, rote Linsen, Tempeh, Wildreis und einmal außnahmsweise auch gekochte Hirse.
ab 20.00 ruhen oder ein Gute-Nacht-Bad, z.B. Heublumen- oder Lavendelbad von Kneipp
21.00 Bettruhe

Was sich alles so schön geplant und ruhig anhört, war trotzdem nicht leicht. Ich war an 3 Tagen der Kur arbeiten und nebenbei habe ich mich um unser Töchterchen gekümmert. Mein Mann hat mir aber besonders am Abend die Ruhe gelassen und sich um Essen und zu Bett bringen der Kleinen gekümmert. Um eine Fastenkur oder Heilkur erfolgreich anzuwenden, sollte möglichst viel Ruhe gegeben sein, am besten man hat sogar Urlaub. Denn nur dann ist es möglich, sich auf das Fasten oder eine Kur einzulassen und bewusst seine Ziele zu verinnerlichen. Ohne den Faktor Kopfsache wird eine Kur mit Sicherheit scheitern.

Neben dem Tagesablauf habe ich mir außerdem eine Liste mit Getränken zusammen gestellt, die mir unterstützend helfen und meine Verdauung nicht belasten sollten:
Kräutertees, besonders Brennessel, Salbei, Fenchel und Ginkgo, Goldene Milch und Aloe-Saft. Auf meinen alltäglichen grünen Tee verzichte ich allerdings während der Kur- oder Fastentage absichtlich.

Statt der Portion Apfelscheiben, als kleinen Starter am Tag, habe ich auch manchmal ein paar getrocknete Aprikosen gewählt. Das hätte ich auch weg lassen können, aber da ich ja erst eine Woche zuvor gefastet hatte, wollte ich nicht so ganz ohne Frühstück in den Tag starten, zumal ich ja auch noch mit dem Arbeits- und Familienleben gefordert war.

Und das hat sich in dieser Woche getan

VOR DER KUR
Ich hatte ständig Hunger, teilweise noch spät am Abend. Meine Verdauung war immer beschäftigt sowie unregelmäßig. Ich hatte ein unangenehmes Bauch-voll-Gefühl, war schlecht konzentiert, konnte nicht durchschlafen und fühlte mich allgemein unglücklich. Zudem sah meine Haut gestresst und matt aus.

WÄHREND DER KUR
Täglich freute ich mich, morgens meine 2 Gläser (warmes Wasser und Sauerkrautsaft) in aller Ruhe zu genießen. Noch wenn draußen alles still war, fing ich die ersten Sonnenstrahlen ein. Dabei machte ich mir meine Ziele noch einmal bewusst und ging im Kopf den Tagesplan durch. Der Tag startete schon mit einer Kraft, die kein Futtergefühl aufkommen lassen konnte. Schon am zweiten Tag fühlte sich mein Verdauungssystem wieder leicht und leer an. Das zeigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und abends war es eine Wohltat, mit einem Bauch-leer-Gefühl aber keinem Hungergefühl schlafen zu gehen. Das Bad wärmte als zusätzlichen Wohlfühlfaktor meinen gesamten Körper nochmal richtig schön durch, sodass ich schon fast schlief, wie nur mein erster Fuß im Bett war. Bis zum Wecker am Morgen schlief ich durch und war mit dem Wachklingeln auch direkt putzmunter und klar im Kopf.

NACH DER KUR
3 Tage ist sie jetzt beendet und ich esse bereits den 3. Tag wieder normal: rohköstlich und mit einem lang anhaltenden Sättigungsgefühl. Der Gedanke an Essen kommt nur alle paar Stunden wieder. Außerdem bin ich mir sicher, dass sich meine Darmflora über die vielen Milchsäurebakterien, die in rohem Sauerkraut enthalten sind, gefreut haben. Diese helfen nämlich, das Bakteriengleichgewicht im Darm und damit das Immunsystem starkt zu halten. Die guten Bakterien im Darm brauchen dieses Millieu, um sich vermehren zu können und die Darmtätigkeit zu fördern sowie Krankheitserreger zu bekämpfen.

Und noch etwas hat sich bemerkbar gemacht. Statt der Hungergefühle meldet sich mein natürliches Durstverhalten zurück. Durch die regelmäßigen Getränke, die wirklich nur Wasser spenden und nicht belasten oder als Genussmittel getrunken werden, zeigt mir mein Körper wieder, wann er Durst hat. Ist das instinktive Hungergefühl gestört, meldet sich jeder Durst als Hunger. Das sollte auf keinen Fall passieren, denn dann greift man mit Sicherheit permanent zum Falschen.

UND HIER MEINE TIPPS FÜR DICH.

Besorgung
Stelle sicher, dass du genügend Sauerkrautsaft und rohes Sauerkraut für ca. 5-7 Tage hast. (Pro Tag verwendest du ca. 100 ml Saft und 200 g milchsauer vergorenes Kraut). Kaufe rohes Sauerkraut – nicht wärmebehandelt und ohne künstliche Zusätze und Haltbarmacher, denn sonst sind die nützlichen Milchsäurebakterien nicht mehr vorhanden. Ich bekomme rohes Sauerkraut direkt vom Fass bei einer Biogärtnerei. Diese ist auch der Lieferant für die Biokiste in unserer Umgebung. Vielleicht schaust du einfach mal, welche Gärtnerei bei dir die Biokiste bringt und fragst nach rohem Sauerkraut.Wenn du das Sauerkraut abgießt, erhälst du den Saft, der die wertvollen Milchsäurebakterien enthält. Den gibt es direkt am Morgen und das Sauerkraut dann am Mittag als rohen Salat. Ich habe hier 2 meiner Salatrezepte dazu geschrieben, keine Angst, du musst ihn nicht pur hinterstürzen. Sauerkrautsaft Voelkel vDen Saft gibt es natürlich auch in Flaschen zu kaufen, dieser ist jedoch immer pasteurisiert, d.h. die wertvollen Milchsäurebakterien wurden bereits abgetötet. Trotzdem ist dieser immernoch besser als gar keiner und du hast ja noch die Milchsäurebakterien vom Sauerkraut. Kaufe aber einen Guten, z.B. von Voelkel (Biomarkt), der ist auch vegan.

Meine beiden Lieblingsrezepte für rohen Sauerkrautsalat:

(Alle Zutaten wenn möglich in Bio-Qualität, damit sich der Körper möglichst nicht sofort wieder um Entgiftung kümmern muss.)

Variante 1
1 Apfel und 1 Zwiebel in kleine Stücke schneiden und in etwas Olivenöl und Apfeldicksaft leicht erwärmen oder kurz andünsten. Mit dem Sauerkraut vermischen und mit etwas Pfeffer und frischen Kerbelblättern anrichten.

Variante 2
1 EL gemahlene Haselnusskerne mit 1 TL Öl, 1 Priese Salz und 30 ml Pflanzenmilch mixen. Ein paar Blätter Radiccio und 1 Birne fein schneiden. Mit dem Sauerkraut auf einem Teller anrichten und mit dem Dressing beträufeln.

roher Sauerkrautsalat v

Und warum das ganze mit Sauerkraut?
Gerade nach dem Fasten ist es wichtig, alle Nährstoffreserven wieder aufzufüllen, gerade jene, die nur ein paar Tage gespeichert werden oder schnell verbraucht sind. Als Liebhaber von Superfoods würde es naheliegen, Reserven einfach mit Superfoods aufzufüllen, jedoch nehme ich Sauerkraut, denn es gehört zu den gesündesten Nahrungsmitteln der Welt und ist noch dazu sehr günstig. Es steckt unendlich voll mit Nährstoffen, ist fermentiert und probiotisch. Unser Immunsystem benötigt lebende hochwirksame Mikroorganismen und diese spendet dieses Kraut, natürlich nur in der rohen Variante. Die lebenden Mikroorganismen schützen uns vor Pilzen, Vieren und chronischen Krankheiten und helfen, degenerierte Darmschleimhäute zu reparieren. Sauerkraut ist das Superfood unserer Region. Außerdem ist es eine Vitaminbombe. Der Tagesbedarf am extrem wichtigen Vitamin C wird schon mit nur einer Portion (ca. 200 g) gedeckt. Das enthaltene Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung, Wundheilung und unser Skelett. Und die Vitamine der B-Gruppe stärken unser Nervensystem und schützen vor Depressionen. Durch die Fermentation wird sogar Vitamin B12 gefördert, denn dieses bilden ja die Mikroorganismen in unserem Körper. Schon über die Mundschschleimhaut können wir das Vitamin sehr gut aufnehmen und kommen somit auf den selben notwendigen Vitamin-B12 Gehalt im Fleisch, wie alle pflanzenfressenden Tiere ebenfalls. Den Umweg, das Vitamin über tierische Produkte aufzunehmen, möchte ich mir auf jeden Fall sparen, denn tierische Produkte bedeuten für mich immer auch ein saures Millieu im Körper und die Ursache oder Beschleuniger sämtlicher Krankheiten.
Das Sauerkraut hat in den letzten Tagen meine Verdauung optimal entlastet und meinem Körper Energie und Kraft geschenkt. Meine Selbstheilungskräfte sind aktiviert, das kann ich spüren und ebenso mein Bewusstsein, Nahrung mit Bedacht auszuwählen. Diese kleine Kur war also ein voller Erfolg für mich. Ich greife immer wieder gern zum Sauerkraut.

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